Full text: (Neueste Folge, Band 2 = 1836, No 9-No 16)

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392 I. Pathologische Anatomie. 
waren völlig ausgebildet, eben so waren die Ligam. intertrans 
versalia, die Cartilagines intcrvertebrales und Fascia longitu- 
dinalis anter et posier, vorhanden, dagegen fehlten natürlich 
die Ligamenta interspinalia et intercruralia, während man 
dieselben vorn 12. Rückenwirbel an aufwärts deutlich erkannte. 
2) Der knorplichte Rand war von den am untern Theile der | 
Wirbelsäule entspringenden Muskeln umgeben, doch so, dass 
der Theil der Ursprünge dieser Muskeln , der im Normalzustände 
von den hier mangelnden Knochentheilen ausgeht, auch hier 
fehlte. Nur eine dünne Muskellage bedeckte oberflächlich den 
mittlern Theil der äussern Oberfläche der Geschwulst und diese 
gehörte wohl dem untern Theile des Muse, longissimus dorsi 
et sacrolumbalis an, wenn sie auch nicht mit den nach aussen 
liegenden Muskeln zusammenhing. 3) Die Geschwulst selbst 
wurde durch eine sackförmige Erweiterung der äussern Platte 
der Arachnoidea und der Dura inaier der im Lumbal- und Sa- 
craltheile gelegenen Partie des Rückenmarks gebildet. Dieser 
Sack war durch lockeres Zellgewebe an die Aushöhlung der 
Rückenmarksspalte geheftet, zeigte nirgends eine Oefliiung und 
ging von oben, am ersten Lendenwirbel, etwas schmal anfan 
gend, dann breiter werdend und schmal endigend, bis zur hin 
tern Fläche des Kreuzbeins, wo sich das schmale Ende des 
geschlossenen Sacks spaltete und einige fadenförmige Fortsätze 
bildete, die zur hintern Fläche des untern Theils des Kreuz- 
und Steissbeins liefen nnd sich hier im Periosteum verloren. 
Die oberflächliche Bedeckung des Sacks der Dura mater bilde 
ten am äussern Rande Chorion und Epidermis, dann lag der 
selbe etwa 1 Linie breit frei und unbedeckt, von bläulichter 
Farbe da und den mittlern Theil bedeckte die erwähnte Mus 
kellage. Nachdem man den Sack der Dura mater durch Län 
genschnitt gespalten hatte, sah man, dass innere Platte der 
Arachnoidea und Pia mater ebenfalls nicht fehlten, sondern 
Rückenmark und Cauda eqtiina, wie gewöhnlich, unmittelbar 
bedeckten. Das Ligamentum denticulatum zwischen den hin 
tern und vordem Wurzeln der Nerven war zugegen. Eine kleine 
Strecke über der Spaltung der Dura mater in ihre untern la 
denförmigen Fortsätze bemerkte man auf der innern Oberfläche 
der vordem Wand 3 Hjdatiden, die einen geringem Umfang 
als ein Stecknadelkopf hatten. Seröse Feuchtigkeit war in dem 
Sacke nicht zu finden, sondern nur etw as eiterartige Flüssigkeit u. 
gelblichtes Zellgewebe, das ebenfalls in Eiterung überzugehen 
schien und die im Sack enthaltenen Theile des Rückenmarks 
und der Cauda equina bedeckte. Nach Wegpräpariren dieses 
Zellgewebes, Entfernung der Bögen der letzten Rückenwirbel 
und Eröffnung der Dura mater im Dorsaltheile der Wirbelsäule 
erschien: 4) das Ende des Rückenmarks und die Cauda equina. 
Diese, so wie die von ihm entspringenden Nervenwurzeln hat 
ten die normale Gonsistenz, sahen rüthlich aus und waren von
	        
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