Full text: (Neueste Folge, Band 2 = 1836, No 9-No 16)

30 I. Pathologie, Therapie und medicinische Klinik. 
dass die Anlage znr Gicht so weit ausgebildet gewesen sejn 
müsse, dass die stärkere körperliche Bewegung nicht mehr im 
Stande war, den Ausbruch zu verhüten, Ausser dem sichern, 
nicht immer leicht ausführbaren, Heilplane, durch angestrengte 
Thätigkeit die Gicht zu verhüten, sind zu dem Zwecke in der 
neuern Zeit die Dampfbäder empfohlen worden. Ihre heilbrin 
gende Wirkung besteht offenbar darin, dass die warmen feuch 
ten Dämpfe die ganze Organisation durchdringen, die Mischungs 
verhältnisse ändern, die Abscheidung irdener Bestandteile und 
deren krankhafte Richtungen verhindern. Mit grossem Unrechte 
hat man sie mit der Cadet de Vaux’schen Wassercur ver 
glichen, welche, ausser andern Nachtheilen, die Verdauung 
auf eine kaum wieder auszugleichende Weise umstimmt und 
abspannt. Einen andern Vortheil gewähren die Damplbäder 
dadurch, dass sie für die freien Zwischenräume zur Verhütung 
neuer gichtischer Anfälle vorgeschrieben sind, während die 
W r assercur im Laufe der Gicht angewendet wird, wodurch bei 
Iiochentzündiicher Diathese die traurigsten Folgen vorbereitet 
und das Leben regungslos gefährdet werde, wie einige Bei 
spiele zur Genüge gelehrt haben. Was die kalten Wasserbä 
der betrifft, so ist ihre mächtige Wirkung auf tiefwurzelnde 
Leiden im Nerven - und Ernährungsleben allerdings nicht zu 
übersehen, aber eben so wenig zu verkennen, dass die Was- 
sercuren, wie sie seit einigen Jahren am Gräfenberge betrieben 
werden, ein grosser Unfug sind, und zum Glück eben so schnell 
an uns vorübergehen werden, als andre ähnliche Wundercuren. 
Soviel ist, hiervon abgesehen, gewiss, dass weder im war 
men noch im kalten Wasser ein unfehlbares Heil- und Vor- 
bauungsmittel der Gicht gegeben ist. [llusfs Magaz. Bd. 
45, HJt. 3.] 
7. Behandlungsweise der primären Syphilis 
im allgemeinen Krankenhause zu Wien im Jahre 
1832, mit besonderer Rücksicht auf die Heilme 
thode ohne Quecksilber; von Dr. Franz Ha bei,. (Schluss. 
S. Summar. neueste Folge. Bd. I. Hft. 8. Nr. 229.) 8) Bubo. 
Antiphlogistische Diät, 6—8 Blutegel, um den Bubo gesetzt 
•und Empl. viere, und cicut. (aa. p. aeq.'), auf denselben ge 
legt, heilten gewöhnlich das Uebel, ohne dass ein Atom Mer- 
cur innerlich verabreicht wurde, ln einen noch nicht lluctui- 
renden Bubo stach man mit der Lancette mehrmals ein, um 
durch erhöhete Thätigkeit in demselben Zertheilung zu bewir 
ken : aus den Einschnitten kam gelbliches Serum und der Bubo 
zertheilte sich langsam. Allein aus jedem Lancettstich ward 
ein syphilitisches Geschwür mit aufgeworfenen Rändern und 
speckigem Grunde, die mit Kalomel langsam zur Heilung ge 
bracht wurden. Ein anderer Bubo, der ausserhalb des Spitals 
mit Eisumschlägen behandelt worden war, um der Entzündung 
Einhalt zu thun, entzündete sich dennoch sehr, fluctuirte bald,
	        
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