Full text: (Neueste Folge, Band 2 = 1836, No 9-No 16)

II. Materia medica und Toxikologie. 353 
nur 4- zu jedem Bade, ja die letzten beiden Bäder liess man so 
gar nur einen Tag um den andern anwenden, dennoch aber 
entstand danach jedes Mal Oppression der Brust, sehr beschleu 
nigter Puls, Uebelkeit, Schwindel, Angst, Gefühl von Ohn 
macht und starker, durchaus nicht erleichternder Schweiss, so 
dass man bald mit diesen Bädern aufhören musste. Doch zeigte 
auch dieser Fall, wie kräftig überhaupt diese Bäder auf den 
Körper ein wirken und B. hat sie daher seit dieser Zeit oft in 
Anwendung gezogen, theils mit, theils ohne Erfolg, wie Nach 
stehendes ergeben wird. Eine Amblyopia amaurotica nach 
wiederholten heftigen Erkältungen bei einem 3Gjährigen Schiffer 
heilten 8 Fussbäder so weit, dass nur geringe Augenschwäche 
übrig blieb. Vorher tvaren Blutegel, Vesicatore, Brechmittel, 
Salmiak, Aconit etc., ohne besondern Nutzen angeweudet wor 
den. Hier wirkten die Bäder etwas auf die Haut, besonders 
aber auf den Urin, der, früher zuweilen ganz helle, zuweilen 
dunkelroth und sparsam, jetzt ganz trübe wie dickes Bier und 
in grosser Menge gelassen wurde. Hatte er einige Stunden ge 
standen, so bildete sich starker, weissschleimiger Bodensatz mit 
rosenrothem Rande. Gegen Pholophobin scrophuiosa wendete 
B. die Bäder 2 Mal, 1 Mal mit dem besten, das andere Mal 
ohne allen Erfolg an. Im letztem Falle half das Vng. Autenr. 
in den Nacken gerieben. Beide Male war vorher Extr. cicti- 
1ae innerlich in grossen Dosen nach Dzondi gereicht worden. 
'— Den Rest einer Blepharophthahnilis scrophuiosa hoben, 
nachdem die Entzündung durch Blutegel und Kalomel gebro 
chen war, 6 Fussbäder schnell. — Gegen chronisch - rheuma 
tische Augenentzündung bei einem 38jährigen, sonst gesunden 
Manne schienen die in Rede stehenden Fussbäder anfangs sehr 
gut zu wirken, doch war die Wirkung nicht dauernd und man 
musste also zu andern Mitteln greifen. — Einem 40jährigen 
Manne mit sehr hartnäckiger rheumatischer Ophthalmitis brach 
ten sie grosse Aufregung, nächtliche Unruhe, profusen Schweiss 
und schienen sogar das Augenübel zu verschlimmern, weshalb 
man sie bald wegliess. Durch streng durchgeführte äussere 
und innere antiphlogistische Behandlung wurde später das Uebel 
ganz gehoben. — Eine CcphaJaea arthritica, die seit einigen 
Monaten bei einem alten schwächlichen Bauer anliielt, hoben 
10 Bäder, wie Pat. angab, ganz, doch konnte B. diesen Kran 
ken nicht genauer beobachten. Bei einem jungen chlorotischen 
Mädchen, stellten 16 Bäder die vorher immer sehr sparsame, 
unregelmässige, oft ganz cessirende Periode wieder her. Be 
sondere Wirkung auf Schweiss oder Urin nahm man nicht 
Wahr. Statt des sonst sehr trägen Stuhls traten zwar täglich 
mehrere breiigte Sedes ein, doch w ar dies wohl mehr Wir 
kung des nebenher gegebenen Tart. itcp. — Pat. verliess bald 
darauf Schwerin und in kurzer Zeit hörte B., dass das Befin 
den so schlecht, wie vorher sei. — Ein 25jähriges, sonst im- 
Snmmarinm (1. Medicin. 1836. II. 23
	        
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