Full text: (Neueste Folge, Band 2 = 1836, No 9-No 16)

II. Materia medica und Toxikologie. 347 
und er fand in derselbsn einige eben ausgesprochene Meinungen 
und Sätze, von -welchen es noch ungewiss schien, ob sie mit 
den Beobachtungen anderer Aerzte übereinstimmten, durch die 
gleichartigen Erfahrungen des genannten Autors völlig bestä 
tigt. So enthalten Wagners Mittheilungen vorzugsweise sol 
che Fälle, in welchen der Genuss milzbrandigen Fleisches die 
krankmachende Potenz abgab, und zwar so evident, dass die 
schwarze Blatter nur auf diese und keine andre Weise entstan 
den seyn konnte. Ferner erwähnt Wagner die grosse Unzer 
störbarkeit und Beständigkeit des Milzbrandgiftes, so dass es 
selbst einem hohen Grade von Hitze, dem Rochen und Braten 
widersteht. Auch stimmt W. mit dem Verf. in der bedeuten 
den Aehnlichkeit zwischen manchen äussern Milzbrandaffectio- 
nen und der durch Otterbiss hervorgerufenen Metamorphose über 
ein. Am Entschiedensten, und für den Verf. am Erfreulichsten, 
Mar aber die völlige Uebereinstiinmung rücksichtlich der Be 
handlung. W. verwirft ein eingreifendes Verfahren durchweg, 
besonders das operative mit dem Messer oder durch Aetzen, 
und vermuthet höchstens, gleich dem Verf., nur da einen Nut 
zen davon, wenn es sofort bei Erscheinung des kleinsten Car- 
bunkelpunctes vorgenommen wird. Da, wo scarificirt und ge 
atzt worden, war die Cur in 45, und da, wo jenes unterblieb, 
und der Natur Alles allein überlassen wurde, in 30 Tagen be 
endigt. — Das Einzige, worüber beide Auctoren nicht einig 
sind, ist, dass Wagner die Verbreitung des Giftes durch die 
Luft in Abrede stellt. — Die Eichenrinde gehört zwar auch 
zu den von Wagner gebrauchten Mitteln, doch hat sie noch 
nicht dessen vorzugsweise Berücksichtigung erworben. [Ilust’s 
Maguz. Bd. 44. Hft. 3.] 
II. Materia medica und Toxikologie. 
168. Ueber die Wirksamkeit des Veratrins in der 
Wassersucht; vom Amtsärzte Br. Fricker in Roth. Das 
v on Meissner entdeckte, im Veralrum album, V. Sabadilla 
und andern Colchiaceen vorkommende und Veratrin oder Saba 
dillin genannte Pflanzen-Alkaloid, dessen grosse Heilkraft in 
Verschiedenen Krankheiten, vorzüglich aber in Rheumatismus, 
Gicht und Wassersucht durch Alen, Turnbull und Bards- 
ley angepriesen worden ist, wurde von F. in letzterer Zeit 
vielfältig in chronischen Hydropsieen benutzt und er fand hin 
sichtlich dieser Krankheitsformen das bestätigt, was jene Aerzte 
über die Wirksamkeit dieses Mittels ausgesprochen haben. — 
Da der innerliche Gebrauch des Veratrins seiner penetrauten 
Wirkung wegen grosse Vorsicht fordert, namentlich die Bre 
chen erregenden und drastischen Wirkungen meist auch auf 
kleine Gaben in heftigem Grade eintreten und so stürmische
	        
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