Full text: (Neueste Folge, Band 2 = 1836, No 9-No 16)

340 1. Pathologie, Therapie und medicinische Klinik. 
diese Einwirkung der Hauptsache nach überwunden ist. Zu 
der Antiphlogistik hat sich Verf. nie veranlasst gefunden, nur 
die gastrischen Zeichen erforderten bisweilen, wenn sie stark 
hervortraten, eine Berücksichtigung. Ein massiges Laxans er 
füllt meist diese Anzeige. lin Allgemeinen wandte Verf. die 
Aqua oxtjmuriatica an und dazwischen kleine Gaben Kampfer, 
womit er auch in leichtern Fällen auskam. In andern musste 
zur Serpentaria und China mit Naphthis geschritten werden. Dass 
übrigens noch intercurrente dringende Symptome, wo sie stattlin 
den, beseitigt werden müssen, bedarf keiner fernem Erwähnung, 
lind können, wie dies in einem Falle von Hoffmann uöthig 
wurde, bei consensuellen Congestivleiden des Hirns, Blutegel 
etc. zur Zeit liö'thig werden. — In Betreff der erwähnten 
Form von Panaritium, so kam die Behandlung ziemlich mit der 
jenigen der carbunculösen Zellgewebentziindung überein, brauchte 
indess nicht so intensiv durchgeführt zu w erden, und waren da 
bei innere Mittel, trotz starkem Reizliebers und bedeutenden 
Ergrilfensein der Kranken, nie nöthig. — Aus 2 tödtlich ab 
gelaufenen Fällen des Vulnus spacelescens kann Verf. keine 
erspriesslichen praktischen Folgerungen abnehmen, als dass die 
versuchten Heilmethoden nicht aureichten. Vielleicht dürften 
die äussern Mittel einen bessern Erfolg haben, wenn man sie 
anhaltend in Form eines Bades anwendete. Auch würde hier 
das Glüheisen zu versuchen seyn, wie auch Heine bei einem 
sehr bösartigen Falle von der schwarzen Blatter hiermit den 
Heilzweck erreichte. Für den innern Gebrauch würden ausser 
den gewöhnlichen Mitteln, der Serpentaria, China, dem Kam 
pfer etc., die stärkern Ammoniumpräparate in Erinnerung zu 
bringen seyn. Hierauf lässt sich schon daraus schliessen, dass 
ja bei den verwandten Leiden nach dem giftigen Schlangenbisse, 
das flüchtige Laugensalz so wirksam ist. Die gastrischen 
mehr oder minder wirkliche Vergiftungszufälle dar 
stellenden Störungen, nach dem Genüsse milzbrandigen 
Fleisches, kamen dem Verf. meist nur erst, nachdem die Haupt 
gefahr schon beseitigt war, zu Gesicht. Ein passendes Regim, 
reichlich schleimiges, zuweilen säuerliches, Getränk reichten 
zur völligen Genesung hin, und nur einige Male ward eine 
Saturation mit Tinctura opn u. dergl., erforderlich. Gegen 
einen frischen heftigem Fall ist dagegen die Behandlung nach 
den allgemeinen Regeln vorzunehmen. Anfangs Emetica, wo 
deren Zeit vorüber, Purgantia, sodann oder wenn diese nicht 
mehr anwendbar sind, Involventia Mitigantia werden immer 
der ersten Indication angehören. Subinflammatorische Reizung 
des Magens kann ebenfalls eine Behandlung verlangen, [öfter 
wird jedoch gegen die allgemeine Schwäche zu agiren seyn. — 
Nach Vollendung des eben mitgetheilten Aufsatzes kam dem 
Verf. die Abhandlung des Kreisphysikus Dr. Wagner über 
dasselbe Thema (Hufeland’s Journal, Oct. 1834.) zu Gesicht,
	        
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