Full text: (Neueste Folge, Band 2 = 1836, No 9-No 16)

260 I. Anatomie und Physiologie. 
fast keine Zelle der schwammigen Substanz des Oberkiefers in 
dieser bezeichneten Partie fand, ohne dass Nervenzweige durch 
selbe gedrungen wären. Diese vielen, mannigfach unter sich 
verbundene Zw eige schwellen an verschiedenen »Stellen in ihrem 
Verlaufe nach unten meist ganglienartig an, so dass die mei 
sten Knochenzellen mit kleinen weichen Ganglien angefüllt sind. 
Man sieht dies vorzüglich am untern Rande des Zahnfächerbo- 
geus, wo die Zellen grosser und die spongiöse Substanz wei 
cher sind. Verf. fand daselbst öfters von dem Zwischenräume 
des grossen und des 2. Backenzahnes an, naclt Entfernung der 
äussern weichen Knochenlamelle, eine zusammenhängende Kette 
von k I e i n e u sehr weichen N e r v e n k n ö t c h e n in den 
Räumen zwischen je zw'ei Zahnfächern bis zum mittlern Schnei 
dezahne und auch in der vordem Wand des Zahnfächers selbst, 
in deren jedes sich einige vom Oberkieferknochen kommende 
Zw ■eige hineinsenken. Aus jedem dieser Zahnfächerganglien 
strahlen mehrere Zweige, theils zu den beiden benachbarten 
darneben liegenden Knötchen, theils in die spongiöse Knochen- 
substanz, meistentheils aber in das Zahnfleisch sternförmig aus. 
Etwas stärkere Nervenzweige entspringen aus dem Oberkiefer 
knochen und dringen in die Zahnwurzeln, auch zwischen die 
Zahnfächer, welche letztere nach unten hin allmählig anschwel- ) 
len und zuletzt in die oben erwähnten Gauglien im Zahnfächer 
bogen übergehen. Vom 2. Backzahne an, nach hinten gegen den 
Weisheitszalm, ist die Partie weniger nervenreich; denn für diese 
Gegend entstehen die Zweige von dein Nervenbogen, welcher 
von einem Zweige des vordem und hintern Zahunerven in der 
Regel erzeugt wird, und bildet ein lockeres Netz. Auch tritt 
ein oder der andere Zweig über dem Zahnfächerbogen in der 
Fossa mavillaris, die äussere Knochenlamelle des Oberkiefers 
durchbohrend, in die Gesichtsmiiskeln und verbindet sich mit 
Zweigen des Nerv, jacial. und dem des Unteraugenhöhlenner 
ven. — Das dichte Nervennetz des Oberkiefers besteht 
gleichsam aus so vielen unregelmässigen Schichten, als sielt 
Schichten in den Zellchen der schwammigen Substanz des Kör 
pers des Oberkiefers in Gedanken unterscheiden lassen. Bei 
Embryonen und Neugebornen, bei denen der Körper des Ober 
kiefers sehr niedrig ist und fast nur aus dem Zahnfächerbogen < 
besteht, fanden sich mehrere hintereinander liegende Ganglien, 
deren jedes dicht über dein entsprechenden Zahnsäckchen liegt 
und Zweige zu demselben sendet. Andere Zweigelchen treten 
zwischen die Zahnfächer und bilden viel einfachere Verbindun 
gen unter sich, bevor sie ins Zahnfleisch dringen. — Verf. 
glaubt, dass der Zweck dieser Nervenmasse auf den Zahnwech 
sel berechnet sei, da beim Kinde die Ganglien verhähnissmäs- 
sig zahlreicher sind und selbst bei Erwachsenen die grösste An 
zahl der Nervenzweige über den Wechselzähnen ausgebreitet 
liegt. Erklärt werden durch diese Entdeckung die unerträgH" »
	        
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