Full text: (Neueste Folge, Band 2 = 1836, No 9-No 16)

20 I. Pathologie, Therapie und medicinische Klinik. 
liehen. Das Fieber blieb sich gleich, der Durst war gross. 
Die Haut trocken, mit Spannung und Druck auf der Brust. Pal. 
erhielt ein Dec. Allh. mit JSitr. depur. u. Syr. Allh. u, ausserdem 
täglich 3 Mal ein Pulver von 1 Gr. Kalom. u. 3 Gr. Magn. carb. u. 
Zucker. Aeusserlich wurde das Linim. volat. mit Opium eingerie- 
ben. Abends war der Zustand derselbe. Am 6. Sept. früh fand sich, 
nach einer unruhigen Nacht, viel Husten mit beschwerlichem 
Athemholen, Unruhe, trockene Haut, öfteres Herzklopfen und 
kleiner, aber schneller Puls, über 100 Schläge in der Minute. 
Man liess am Arme 10 Unzen Blut weg, legte auf die Brust 
einen Senfteig und gab das Dec. Allh. mit Nitr. dep. fort, 
so wie alle 3 Stunden einen halben Gran Kalom. Die Ge- - 
schwulst war weicher, kleiner und mit dem Husten war kein 
Eiterauswurf verbunden. Abends sah man auf dem aus der 
Ader gelassenen Blute eine starke Speckhaut, die Haut war 
feuchter anzufühlen und der Urin war saturirt, trübe. Oelf- 
mmg war seit 2 Tagen nicht zugegen gewesen. Pat. hatte 
nichts, als leichten Gerstenschleim genossen. Der Durst war 
heftig und das Fieber exacerbirte. Die Nacht zum 7. Sept. 
war ziemlich ruhig und der Morgen erträglich. Pat. klagte 
über Apnoe, der Husten war seltener, der Puls klein, schnell, 
die Extremitäten kühl und der Herzschlag correspondirte nicht 
mit dem Pulse am Arme. Mittags kehrte der Husten periodisch 
sehr heftig wieder. Man setzte 10 Blutegel an die Herzgegend, . 
die stark nachbluteten und Hess die nitrose Mixtur fortnehmen. 
Nachmittags befiel die Kranke plötzlich eine Ohnmacht, aus der 
sie mit grosser Angst undUnruhe erwachte. DerAthem wurde 
schnell und kurz, Beklemmung und Brennen in der Herzge 
gend stiegen mit jeder Viertelstunde und der Husten stockte 
ganz. Der schnell herbeigerufeue Consih’arius verschrieb ein 
Infus. Seipent. mit Eiix. pector. Reg. Dan. und Land. liq. 
S. und später gemeinschaftlich mit H. ein Säitchen aus Ol. 
timygd. dulc. G. arab. Mosch, gen. Flor. Benz. Aqu. ceras. 
nigr. und Sjr. Allh. Abends fand sich mehl* Ruhe des 
Geinüths und Pulses. Letzterer war zwar schnell doch nicht 
zitternd und der Husten hatte sich wieder eingestellt und 
zwar mit etwas Auswurf. Klebrichter Schweiss bedeckte 
die Kranke, die über Schmerzen im Unterleibe, Ziehen im 
Kreuz und Drängen gegen die Schoossgegend klagte. Nach 
und nach stellten sich förmliche Geburtswehen ein, die um 11 
Uhr Nachts mit Abortus eines todfen Mädchen endigten. Pat. 
war sehr erschöpft. In den Mitteln wurde nichts verändert. 
In der Nacht zum 8. Sept. trat nach Mitternacht einige Ruhe 
ohne Schlaf ein, Pat. schlummerte vielmehr und erwachte mit 
grosser Angst und Ahnung des baldigen Todes. Brustbeklem 
mung und fürchterlicher Druck iu der Herzgegend erschienen 
aufs Neue und ebenso der stossweise ganz trockene Husten. 
Die Unruhe stieg mit jedem Augenblick, Pat. suchte Hülfe aus
	        
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