Full text: (Neueste Folge, Band 2 = 1836, No 9-No 16)

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VIF. Staatsarzneikunde. 
Statt des Oleosum gab man Gersten - Decoct mit Hallers Elixir 
und Himbeersaft. Am 17. und 18. kamen reichliche Schweisse; n® 
19. verschwand der Ptyalismus, die Gesichtsgeschwulst nah® 
ab und Pat. schlief ruhig. Bis zum 25. war die Besserung 
sichtbarlich vorgeschritten; aber nun traten wieder heitere D e ' 
lirien ein; der Puls war wieder beschleunigt und härtlich, in® 
der Stuhlgang blieb aus. Ein Tamarinden- und Maniia-Decod 
und Vesicatoria, in den Nacken und an die Waden gelegt, än 
derten nichts: die Tobsucht ging in Starrheit über. Am 1. Aug- 
verordnete man, täglich 3 Mal 8 Tropfen von Tinct. Stramon■ 
■)j. Tinct. Vcd er. ß j. steigend bis 20 Tropfen. Vom 10. Aug- 
an wurden noch kalte Uebergiessungen im lauen Halbbade ge' 
macht, worauf die Kranke nach 8 Tagen im Besitze ihrer Be 
sinnung war. Die Delirien wurden immer seltener; die Sturz' 
bäder wurden einen ganzen Monat lang fortgebraucht und Ende 
Aug. waren alle krankhaften Erscheinungen verschwunden, b) s 
auf zeitweisen Kopfschmerz, der nach 5tägigem Gebrauche kiel' 
ner Gaben Kalom. sich verlor. [Oesten\ med. Jalirb, Bd. 1®' 
St. 2.] 
124. Seltsame Complication von Melancholie 
und Nervenleiden; von Dr. J. Fjuedlaendek (aus dessen 
Abhandlung: Witterungsbeschaff, und Krankheit, in Brody etc.) 
Ein Israelit aus einer mystisch - bigotten Familie ward über den 
Verlust zweier Kinder melancholisch. In den Händen von 
Charlatans sich befindend, bekam Pat. die Sucht sich zu drehen» 
welche ihn des Tags mehrmals, bald mit grösserer, bald mit gerin' 
gerer Heftigkeit befiel und so lange anhielt, bis er erschöpft und 
vom Schweisse triefend niederfiel. Er war nur mit Mühe davon 
abzuhalten und wurde dann boshafter und schlimmer als sonsl- 
Er hatte öfters Wuthanfälle, war sonst in sich gekehrt, finstef 
und schweigend. Suchte man ihn in lichten Augenblicken z ut 
Sprache zu bringen, so rieb er sich mit Heftigkeit den rechte 0 
Arm, wobei der Speichel unwillkürlich aus dem Mund floss» 
und nun antwortete er mit Hast und Kürze. Pat. wendete sic« 1 
wieder der Charlatanerie zu. [Oesterr. med. Jahrb. Bd. I®' 
St. 1.] 
VII. St a atsarz n ei künde. 
125. Practische Beiträge zu der Lehre von de f 
gerich tli c h - m edicinis c h en und rechtlichen Beut' 
theilung der Kunstfehler derAerzte und Wund' 
ärzte. — Angeblicher Kunstfehler in der ärztl*' 
che ^Behandlung eines Krankheitsfalles. — Em e 
64jähr. ausser habitueller Magensclnväche gesunde Frau, ' va J 
desshalb zu einer sehr massigen Lebensweise genöthigt 
enthielt sich gewöhnlich des Nachtessens; am 9. August 183
	        
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