Full text: (Neueste Folge, Band 2 = 1836, No 9-No 16)

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VI. Psychiatrie. 
des zweiten Mai noch einen Aderlass am Fusse. Zugleich liess 
ich ihr ein Klystier von Asa foetida mit Weinessig beibrin- 
K e ". Allein alle diese Mittel brachten nicht die geringste Ver 
änderung hervor, und sie lag den ganzen Tag bewusstlos, lief 
schnarchend und röchelnd, bis sie Abends 11 Uhr starb. Die 
Section wurde verweigert. Das Kind befand sich zwar in den 
ef sten Tagen wohl, starb aber am 9. Tage. 
VI. Psychiatrie. 
123. Mania acuta; vom Prof. Dr. A. M. Hornung 
*"SaIzburg. Eine Dienstmagd von 24 Jahren, robuster Körper- 
"fschaffenheit, cholerischen Temperaments und aus einer irrsin- 
ßen Familie, führte eine leichtsinnige Lebensweise. Am 6. 
*"h 1833 zeigten sich bei ihr nach heftigen Gemiiihsbew egun- 
8®n die ersten Spuren von Wahnsinn und bald darauf Erschei- 
nungen der Tobsucht, wobei der Puls sehr hart und beschleu 
ßt war. Mah liess am Fusse 10 Unzen Bluts aus der Ader, 
8e tzte Blutegel an die Schläfe und hinter die Ohren, gab in 
nerlich eine Auflösung des Tart. einet. (4 Gran auf 6 Unzen 
Wasser, stündlich einen Esslöffel voll zu nehmen), machte Eis- 
"•"schläge auf den abgeschorenen Kopf, gab ein Injus. Sennae 
Arcan. dupl. und Tart. einet, und legte in den Nacken ein 
»esicans. — Nach einer unruhigen Nacht trat einiger Nach- 
ass ein. Man machte am Arme eine Venäsection von 8 Un- 
* e . n , setzte 10 Blutegel an die Schläfe und continuirte mit den 
-‘"'Umschlägen und dem Injus. Sennae. — Am 8. war das 
tobende Irrereden in ein heiteres übergegangen. Pat. sang aus 
Vo "em Halse heitere Melodieen. Bei dem Fortgebrauche der 
z ' Ve i zuletzt genannten Mittel änderte sich nichts. Am 9. wurde 
!j' e Autenrieth’sche Salbe auf den Kopf, und die graue 
torcurialsalbe an die innere Fläche der obern und untern Ex- 
j' e, nitäten eingerieben, in den Nacken noch ein Vesicator ge- 
»ind alle drei Stunden ein Pulver aus 1 Gran Kalom., 4- 
'an Tärt. stib. und 10 Gran Rad. Jalapp. gereicht. — Der 
""stand blieb sich gleich, bis den 12. öfter Erbrechen, häufig 
J'ssige grünliche Stuhlgänge und reichlicher Speichelfluss sielt 
"'"stellten, wobei die Kranke ruhig wurde und die Pulsschläge 
as t normal waren. Statt der Pulver und der Mercurialsalfce 
"rden von 6 Unzen Oelmixtur mit 2 Gran Tart. stib. zwei- 
8 "ndlich 2 Esslöffel voll gegeben und Pat. in einen Zw ang- 
^ssel über erweichende Dämpfe gesetzt. — Am 13. und 14. 
. ,e sich Schläfrigkeit ein, die sich den 15. zur Schlafsucht 
^"igerte„. Zugleich erregte das Unguent. Aulenrieth. Oedent 
es Gesichts und unzählige Blattern am Kopfe. Man unterliess 
tj* n Gebrauch der Dämpfe und der Salbe. — Das rothlaufar- 
b e Gesichtsoedem nahm am 16. zu, der Speichelfluss aber ab.
	        
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