Full text: (Neueste Folge, Band 2 = 1836, No 9-No 16)

244 V. Gynäkologie und Pädiatrik. 
Massen einfand, wahrscheinlich Folge eines eingeklemmten Darm 
stücks, denn der Unterleib war zugleich schmerzhaft und ver 
stopft. Man gab nun Ol. Ricini und, da die sinkenden Kräfte 
diess verlangten, Reizmittel. Abends wirkte das Oel, das Er 
brechen aber hörte erst nach 16 Stunden Tags darauf auf. Die 
nächsten 3 Tage befand sich die Frau leidlich: das Brechen 
wiederholte sich nach 10 Stunden, ohne langsame Besserung 
des Allgemeinbefindens aufzuhalten. Die Lochien stanken seit 
dem 2. Tage sehr, waren membranös, zuerst schwarz, dann 
heller. Nach 3 Wochen verliess die Frau das Bett. Sie befin 
det sich jetzt sehr wohl. Die Periode ist, da sie noch stillt 
noch nicht wieder erschienen. Als Ursache dieser Ruptur weis* 
C. nur einen, durch Reiz in der rechten Seite erzeugten, ent 
zündlichen Schmerz im 7. Monate der Schwangerschaft anzu 
geben. Die Ruptur muss, seiner Schätzung nach, 8 — 9 Zoll 
gewesen seyn. Ob es recht war, die Placenta zu lösen, lässt 
C. dahingestellt. [Zeitschrift f. d. ges. Medic. etc. Bd. 2> 
Heß 1. nach; Lond. Med. Gazette for March. 1836.] 
121. Einige Worte über die Instrumentalhülf 8 
bei der Operation der künstlichen Frühgeburt, 
nebst Mittheilung eines Falls dieser Operation, 
der zu Anfang des Jahres 1835 in der k. bairische» 
Entbindungsanstalt zu Würzburg vorgekommen; 
von Dr. Gustav Skehrich. — (Schluss. S. Sunnnar. N. F* 
Bd. II. Heft. 3. No. 78.] — Der zu diesem Aufsatze gehörig 8 
Fall ist nachstehender: am 15. Sept. 1834 wurde ein 25jähri- 
ges, unverehelichtes, zum ersten Male schwangeres Frauenzint' 
mer in der Entbindungsanstalt zu Wiirzburg aufgenommen. Be 1 
Untersuchung derselben fand man folgendes: die Schwanger 8 
war klein, sah blass, aber doch nicht kränklich aus und halt 8 
braune Haare und Augen, gelblich überzogene Zähne und eine» 
1 mässigen Bauch. In ihren Kleidern gesehen war sie anschei 
nend gerade gebaut, hatte breite Schultern und Hüften, klei» 8 
Hände, massig starke Constitution, ein ihrem Alter entspreche»' 
des jugendliches Ansehen und zeigte Ruhe in ihrem Gesicht 8 ' 
Der ganze Habitus sprach für melancholisches Temperament* 
Sie lebte in höchst traurigen Verhältnissen und wurde vo» 
ihren Eltern seit ihrer Schwangerschaft fürchterlich gemissha»' 
delt. Um ihr das harte Schicksal in etwas zu erleichtern, wurd 8 
sie schon im dritten Monate der Schwangerschaft in die Anstalt 
aufgenommen. Sie befand sich zwar ganz wohl, war aber do 8 * 1 
sehr niedergebeugt und weinte sehr gern. Die Höhe des K 8f ' 
pers betrug 4 Schuh 4 Zoll, der rechte Trochanter war voi» 
Horizonte entfernt 26" 3"', der linke 23" 1'", das rechte Dar» 1 ' 
bein 31", das linke 28". Die muthmassliche Entfernung de f 
Trochanteren von einander betrug 12", der Querdurchmessef 
des grossen Beckens 10^". Letztere beide Ausmessungen nah» 1 
man mit dem ungenannten Beckenmesser vor. Sie wollte > u
	        
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