Full text: (Neueste Folge, Band 2 = 1836, No 9-No 16)

242 V. Gynäkologie und Pädiatrik. 
ganze Körper, oder nur der Stumpf die Lage verändert, 60 scheint 
die verlorne Extremität im Oberarme oder Hüftgelenke bewegt 
zu werden, während das mangelnde Ellenbogen - und Hand 
oder Knie - und Fussgelenk ruhig, meist gebogen, oder halb 
gebogen bleibt. Diese Empfindung der Stellung des Gliedes 
geht da, wo sie sich einmal findet, weder je verloren, noch 
ändert sie sich je in irgend einem Puncte. Auch sie währt, 
aller bestimmten Gegenzeugnisse des Bewusstseins und der Sinne, 
so wie aller darauf gerichteten Aufmerksamkeit ungeachtet, un 
gestört fort. So kann z. B. ein 20jähriges Individuum, das i' n 
9. Jahre wegen Tumor albus gerat in der Hälfte des rechten 
Oberschenkels amputirt wurde, nur auf der rechten Seite liegend 
schlafen, so das» die linke Extremität auf dem Stumpfe ruht 
und dass so die unmittelbare Berührung mittelst des Tastsinnes 
über die Gränzen des Existirenden und Fehlenden genau in 
Kenntniss setzt. Nichts desto weniger hat selbst unter diesen 
Umständen das Individuum immer daun das Gefühl, als gehe 
die ini Kniegelenke gebogene, rechte, unten gelegene Extremi 
tät unter der linken hindurch nach aussen. — Alle diese täu 
schenden Gefühle gehen wohl Zweifelsohne von den verkürzten 
Nervenstämmen aus. Neben den dadurch erzeugten Sensationen 
finden sich auch die bestimmtesten Empfindungen, wie von> 
Stumpfe überhaupt, so in der Narbeufläche insbesondere. Me 
chanische oder chemische Reizung der letztem nimmt man, so 
bald die abgeschnittenen Nervenenden nur nicht unmittelbar da 
durch ergriffen werden, im Stumpfe und nicht in der fehlenden 
Extremität wahr. Nur stellen sich leicht bei nothwendiger Un 
gleichheit der Oberfläche, die nur partiell im Knochenstumpf* 
feste Grundlage hat, Empfindungen durch Gegendruck auch an 
Stellen ein, die nicht unmittelbar berührt werden. Der Unter 
schied zwischen beiden Arten der Empfindung erhellt besonders 
da, wo durch Reaction der Muskeln das Knocheuende nur von 
der Haut bedeckt wird. So fühlen auch die, deren Stumpf 
nässt oder einen Knochenring enthält, bei Veränderung der Wit 
terung zugleich den s. g. Kalender wie immer in der ganzen 
fehlenden Extremität und den durch Necrose oder Ulceration 
hervorgerufenen Schmerz dagegen in der Narbenfläche selbst* 
Ausserdem erstrecken sich auch bisweilen die durch Wetter- 
Veränderungen erzeugten Empfindungen vom Ende des Stumpf* 
rückwärts bis zur Rumpfgelenkverbindung der verkürzten Ex 
tremität. [Hecker’s neue wissensch. Annalen d. ges. Heilkunde 
Bd. III. Heft 3.] 
V. Gynaekologie und Paediatrik. 
119. Glückliche Unterdrückung einer Ilätnor- 
rhagia uterina durch Compression der Aorta ab'
	        
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