Full text: (Neueste Folge, Band 2 = 1836, No 9-No 16)

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IV. Chirurgie und Ophthalmologie. 
fortgesetztem Drucke die Heftigkeit der Sensation, so wer 
den doch die verschiedenen Grade der Empfindung, wie sie eben 
^gegeben wurden, erst sehr spät durch die zu grosse Stärke 
des Eindrucks ganz verwischt. Drückt mau nur die Gegend des 
Stumpfs, wo der Cruralis sich findet, so treten die Erscheinun- 
g en > vielleicht nur das Gefühl in der grossen Zehe ausgenom 
men, langsamer im Allgemeinen hervor. Zuerst tritt die Em 
pfindung in der grossen Zehe, dann in den übrigen Zehen und 
eren nächster Umgebung auf dem Fussrücken, dann, doch im 
"nnzen nur sehr schwach, an der innern Seite der Sohle, da 
gegen um so stärker gleichzeitig oder kurz darauf in der Ferse, 
a nn mässig au der innern Seite des Unterschenkels, später erst, 
Unc * nicht gleichzeitig, heftiger in der Wade, dann in der gan- 
zen Region des Schienbeines, hierauf dicht unter dem Knie 
*md endlich erst lange nachher am Oberschenkel und am Ende 
l j es Stumpfes, ein. Beim Drucke auf die Mitte der äussern Seite 
des Oberschenkels entsteht erst Formication in der grossen Zehe, 
dann in allen übrigen Zehen und zuletzt in der Ferse. Mehr 
dagegen nahm man nicht wahr, selbst wenn man den Druck 
v | Stunden anhaltend fortsetzte. An der innern Seite des 
Stumpfs erzeugt der Druck Symptome, die denen des localen 
i örucks des Cruralis oder Ischiadicus mehr oder minder gleichen, 
«J? nachdem die eingedrückte Stelle mehr nach vorn oder hinten 
le gt. Alle diese Reihenfolgen, die der Verf. vielen Versuchen 
®n Amputirten entnommen hat, stimmen grösstentheils mit denen, 
n ,e jeder durch partiellen Druck einer Extremität an sich selbst 
^pfinden kann. Mögen dabei vielleicht kleinere individuelle 
* erschiedenheiten Vorkommen ; das Vorschreiten von der äusser- 
8t ®n, nach innen gelegenen Spitze des Endgliedes bis zumStumpf- 
ghede hinauf ist durchaus allgemein. Was man hier der Zeit 
»»ach realisirt sieht, scheint jedoch nicht minder auch dem Raume> 
oder vielmehr der Stärke nach der Fall zu sein. So versicherten 
den Verf. mehrere am Oberschenkel Amputirte, und unter die- 
«en gerade die Verständigem und Gebildetem, dass sie gewöhn- 
d V Wohl die fehlenden Zehen, den Ballen, allenfalls auch, 
oc fi schon seltener, die Wade, nie aber das Knie und den 
njangelnden Theil des Oberschenkels zu fühlen glaubten. Bei 
er Aufmerksamkeit von Seiten der Amputirten schien dieser 
Merkwürdige Umstand durchaus sich nicht Zu verändern. Per- 
8 °nen, die lange vor der Operation an dem Gliede gelitten, 
esonders solche, deren Gelenke afficirt gewesen, haben später 
as Gefühl, als befinde sich das fehlende Glied in mehr oder 
j ln .| er gebogener Stellung. Deshalb scheint ihnen auch die nur 
j j rem Gefühle noch existirende Extremität gegen die wirklich 
c i noch vorfindende mehr oder minder verkürzt. Weniger 
euthch, ja bisweilen gar nicht, fand V. diess in 2 Fällen, 
o wegen plötzlich einwirkender Ursachen am Oberarme und 
erschenkel die Amputation gemacht worden war. Wenn der 
““'warima d. Medicin. 1836. II. 16
	        
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