Full text: (Neueste Folge, Band 2 = 1836, No 9-No 16)

232 III. Materia medica und Toxikologie. 
weisslich, durch Zusatz von Salzsäure sich völlig klärend, rea* 
girte sehr schwach sauer, roch unbedeutend alkoholisch und 
schmeckte fade. Schwefelwasserstoff gab einen hellgelben, in 
Ammoniak leicht löslichen, mit Chlorbaryum und oxalsaureni 
Ammoniak weisse Niederschläge, mit salpetersaurem Silber eine 
gelblichweisse Trübung; sie enthielt daher arsenige Säure, 
Schwefelsäure, Kalk. Nun stellte man die quantitative Ana 
lyse an. Die Auflösung hinterliess 0/215 p. C. festen, schwach 
bräunlichen Rückstand, welcher zusammengesetzt var aus: 
arseniger S. 0,088, Schwefels. 0,064, Kalk 0,062; er be 
steht demnach in Procenten aus: freier arseniger Säure 8,84, 
arsenigsaurem Kalk 40,00, schwefelsaurem Kalk 50,69 — 
99,53. [Anm. der Pharmacie XVII. p. 113 — 114.] 2) 
Sela de Guindre; von Heomsauer. Dies Mittel 
kommt aus Paris in 4£ Unzen schweren versiegelten Päck 
chen, auf der einen Seite tragen dieselben die Etiquette: SeU 
de Guindre. Rue St. Anne JSo. 5, au I er , 6 paquets dt 
Sei desopilant. Prix: 4 fr. Guindre. Tout Prospectus et 
Paquet de Sei non revetus de cette Griffe sont de coiitrc- 
Jacon. Auf der andern Seite: On fait dissoudre un paquet 
de ce Sei dans une lasse d'eau houillante. Apres son refroi- 
dissement on verse dans une bouteille qu'on acheve de rein- 
plir avcc de Veau commune. On boit un verre de quca't 
d’fteure en quart d’heure. Jedes einzelne, mit dem Namen 
Guindre bezeichnete Paquet enthalt 300 Gr. dieses als Univer 
salheilmittel für Kinder gerühmten Salzes, welches in der Tbat 
nichts als wasserfreies schwefelsaures Natron oder Glaubersalz 
ist, wie folgende Beschreibung seines Verhaltens ergiebt: weis' 
ses, rauh anzufühlendes, salzig - bitteres, geruchloses , schwe 
res Pulver, das in der Hitze schmilzt, sich aber nicht weitet 
verändert oder an Gewicht verliert; von dem Löthrohr auf Kohle 
zur klaren Perle schmilzt, welche sich beim Abkühlcn trübt, 
ausbreitet und hepatisch zeigt. Man löste die entstandene 
Schwefelleber in Wasser auf, zersetzte selbige durch Essigsäure, 
konnte aber in der Lösung durch Weinsteinsäure kein Kal* 
entdecken. Das Salz wurde erst in 7 Thcilen Wasser untet 
Wärmeentwickelung bei anhaltendem Reiben aufgelöst. D> 0 
farblose Lösung verhielt sich gegen alle Reagentien, mit Aus 
nahme des Salpeters. Baryts, der Silbersalze und des essigsau- 1 
ren Bleioxydes, welche weiss gefällt wurden, indifferent' 
Schwefelsäure entband nichts aus dem Salze, Weingeist naho* ( 
keine grüne Flamme davon an, auch entwickelte kohlensaure 0 
Kali kein Ammoniak daraus. Man löste einen Theil de® 
Salzes in 3 Theilen kochenden Wassers, stellte die Lösung 
ruhig hin, löste die nach 12 Stunden angeschossenen rhotn" 
bischen gestreiften, zweiflächig zugespitzten Prismen in destil»' 
W. auf, fällte die Lösung durch essigs. Bleioxyd, filtrirtej 
nach Abdampfung des Filtrats zur Trockne glühte man de®
	        
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