Full text: (Neueste Folge, Band 2 = 1836, No 9-No 16)

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III. Materia medica und Toxikologie. 
ges. An Gebrauch des kranken war gar nicht zu denken. Die 
Conj. palp. erschien hochroth, sammtarlig aufgelockert; die 
Conj. oaili schien erweitert, bildete kidine Falten. Durch eine ; 
frühere hartnäckige Blepharophthalmie hatte die Commissura 
pa/pebr. interna dieser Seite die normale Continuität verloren j 
und eine so entstandene Peribrosis den Thränenpuncten eine an- , 
dere Hichtung gegeben und das Lumen derselben geändert und | 
verkleinert. Das rechte Nasenloch Mar seitdem meist trocken, ; 
verstopft, die innere Seite des Auges dagegen feucht. Die bei ] 
diesem Zustande ununterbrochen abgesonderten Thränen stagnir- j 
ten zwischen den durch Photophobie geschlossenen Augenlidern , 
und reizten das überempfindliche Auge immer von Neuem. Hau- ] 
figes Niesen, Absonderung vieler wässerigter Feuchtigkeit aus ■, 
dem linken Nasenlorhe, Schmerzen in Backenknochen und ] 
Stirne, Angina, Schwere im Ropfe und Congestionen nach dem- j 
selben dienten dazu, die Beschwerden noch zu steigern. Dabei J 
fand sich leichtes Frösteln, dem keine Hitze und kein Durst < 
folgte, womit aber accelerirter und frequenter Puls verbunden j 
war, so wie fortwährend die s. g. Gänsehaut. Bei Catarrhal- £ 
formen der Art hat der Verf. nie mit trockenen Kräuterkissen, j 
Salben etc. die man wohl mit passenden andenveitigen Mitteln , 
anwendet, weit gereicht und hier besonders mochte er damit | j 
keine Zeit verlieren. Er liess daher Blutegel unter das Auge s 
setzen, die Stiche derselben reichlich nachbluten, ein Fussbad r 
nehmen, ein Vesicator legen, salzige Abführungen benutzen j 
und mittelst zusammengefalteter Leinwand aufs Auge anwenden. s 
Nach mehreren Tagen hatte sich noch nichts geändert. Es wur- j 
den die Blutegel wiederholt, das Ung. Auicnr. auf dem rech- i; 
ten Arme eingerieben, ein Pflaster aus Etnpl. litharg. c. Res. ® 
Ptni und Tart. einet, hinter das rechte Ohr gelegt, Aq. saturn• d 
als Augenwasser erst lauwarm, dann kalt benutzt, und Sudo- I 
rifera refrigerantia wechselnd init salinischen Purganzen ge- e 
geben — doch das Uebel blieb, wie es war. Ein Aderlass a 
am rechten Arme, der später noch wiederholt wurde und Nitr« i 
mit Aqu. Samb. und Tart. einet, hatten keinen gewünschten 1 
Erfolg. Ein Augenwasser aus Aqu. rosar. G. arab. elect. z 
Extr. opii und Flor. Zinc. schien Verschlimmerung zu bringen. e 
Spir. Minder. Roob Samb. Extr. Acon. Vin. HuxJi. halfen o 
nichts. Die Entzündung des Auges unterhielt die Congestio 11 J 
nach oben, die dann das Augenleiden wieder nährte. D. wen- 0 
dete nun als bedeutendes Derivans Fussbäder aus Acid. tritt' n 
riat. conc. und Acid. nitr. conc. aa. 5jj- an, stieg später aui V 
drei Drachmen aa. und liess endlich eine halbe Unze aa. zU s 
dem Wasser geben. Höher wollte er nicht steigen. Pat. be 
kam im Fussbade bald Ziehen im Kopfe, Gefühl von Ameisen- 
kriechen in den Beinen, Poltern im Leibe und ^Stund® s 
darauf reichliche Oefl’nung, wozu sonst Abführmittel nölhig 8 
ren, weil er bei straffer Faser an hartnäckiger Verstopfung btt« z
	        
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