Full text: (Neueste Folge, Band 2 = 1836, No 9-No 16)

206 II. Pathologie, Therapie und medicinische Klinik. 
sonders lang und seufzend waren die Inspirationen; alle Glied 
massen wie gelähmt, Gefühl und Bewegung verändert, der 
80schlägige Puls klein und hart. Ein starker Aderlass schaffte 
eine kurze Erleichterung, worauf aber bald Verschlimmerung, 
Neigung zum Brechen und der Tod eintrat. — Auf der Basis 
cranii und in der Wirbelsäule fand man viel Serum, auf der 
Metlulla oblong ata bis zum Tuber annulare viel coagulirtes 
Blut. Unter dieser Masse fand sich an der girieria basilaris 
eiu Aneurysma so gross wie eine Erbse, welches geborsten war. 
— 2) Ein 56jähriger Mann von apoplectischem Habitus klagte 
schon lange über unangenehme Emplindungen im Kopfe und über 
Taubheit. Bei mühsamen Arbeiten, beim schnellen Gehen oder 
Trinken nahmen jene Zufälle zu. Von einer Brustentzündung 
fast ganz genesen, ward Pat. durch den Tod eines geliebten 
Kindes in die grösste Betriibniss versetzt, und am andern Mor 
gen fand man sein Gesicht roth, die Jugularvenen angeschwol 
len , das Athmen tief, die Brust schmerzhaft, den Puls voll, 
hart, häufig, und anhaltendes Ohrenklingen. Ein Aderlass 
schallte' zwar Erleichterung, aber dennoch erfolgte Lethargie, 
Apoplexie und der Tod. — Auf dem Gehirne fand sich viel 
Coagulum, die Arteria basilaris unter dem Tuber annulare in 
ein Aneurysma verwandelt. Die Geschwulst war wie ein Hüh 
nerei, rund und auf der Oberfläche etwas abgeglattet. Die 
Wände waren vorhanden, aber die mittlere war cartilaginös, 
das Aneurysma geborsten. — Nach zweimal verloren gegan 
genem und wieder zurückgekehrtem Bewusstsein klagte Pat. 
über anhaltende Schmerzen im Scheitel, welche bei der Bewe 
gung zuuahmen und oft den Schlaf störten. Pat. war nieder 
geschlagen und traurig und starb später apoplectisch. — Die , 
Hirnhäute waren verwachsen, die Venen der pia mater strotz 
ten von Blut; vom Gehirn waren 3 fungöse Massen durch die 
Häute bis zu den Knochen vorgedrungen. In den Ventrikeln 
war Blut; das co?pus Striatum weich, breiartig und sah wie 
frisches Fleisch aus; das Septum pellucidum yvar theils zerris 
sen, theiis erweicht; an der Basis des vordem Lappens der 
rechten Hemisphäre war ein Abscess und gleich hinter diesem 
Lappen, vor der Vereinigung des Sehnerven, ein Haselnuss- 
grosses Aneurysma, welches ein Loch hatte. — 4) In der 
Schädelhöhle einer 53jährigen, an den Folgen des Schlagflusses 
gestorbenen Frau fand man die Venen von Blute strotzejid, aus 
getretenes Blut und eine aneurysmatische Geschwulst am vor 
dem Ramus communicans der rechten Seite. Dieselbe w r ar 
ziemlich so gross wie eine Flintenkugel, hing mit dem Chiasnitt 
nerv. opt. zusammen und hatte einen Riss; auch die Arteria 
cerebralis war geborsten. — 5) Eine 52jährige Frau, welche 
die Freuden des Lebens liebte, starb nach asthmatischen Be 
schwerden plötzlich an Apoplexie. — Aus der rechten Mund 
seite der Leiche floss Blut. Die Suturen am Schädel waren
	        
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