Full text: (Neueste Folge, Band 2 = 1836, No 9-No 16)

II. Pathologie, Therapie und medicinische Klinik. 205 
convalescenz. Der Puls schlug dabei in der Minute nur 100 
Mal. Am 30. nahm man von diesen Beschwerden nichts mehr 
Wahr. Pat. schlief an diesem Tage viel. Von nun ab schritt 
die Genesung immer weiter vor, eine Neigung zur Diarrhöe, so 
wie rheumatischen Schmerz abgerechnet, der sich am 16. Aug. 
in beiden Oberschenkeln fand. Am 24. Aug. wurde das Mäd- 
c ben, ganz genesen und schon wieder ziemlich gestärkt, ihrem 
Verlangen gemäss aus der Charite entlassen. [Med. Zeit. v. 
Vereine f. Hcilk. in Pr. 1836. Ar. 13-] 
96. Die Aneurysmen des Gehirns und der Hirn 
häute; vom Prof. Pr. Alkehs zu Bonn. — Verl, beobachtete 
zwei Aneurysmen an den Hirnarterien, das eine an der Arteria 
oa&ilaris, das andere am Ramus communicans. Indem er sich 
hierdurch veranlasst fand, die bisher vorgekommenen und be 
kannt gewordenen Fälle zu vergleichen, ergab sich, dass man 
bisher blos wahre Hirnaneurysmen beobachtet hat, welche in 
zwei Formen erscheinen: 1) als Aneurysma durch einseitige 
Ausdehnung der Arterienhäute in einen Sack (Aneurysma sac- 
eiforme) und 2) als Aneurysma durch allseitige Erweiterung 
der Arteriencylinder (Aneurjsma fusij'onne). Die erstere Art 
ist die gewöhnlichste; die Grösse derselben erstreckt sich von 
der einer kleinen Bohne bis zu der eines Apfels oder kleinen 
Eies, und die Gestalt ist ziemlich eben so. Das von dem Verl, 
gesehene Aneurysma glich einer etwas platt gedrückten Kugel. 
Nebel sah ein völlig rundes und Brechet ein flaschenför- 
Hu’ges. An dem Aneurysma, welches Nebel und Albers 
beobachteten, waren alle 3 Häute zu unterscheiden: am stärk 
sten Mar die Zellgewebe-, am dünnsten die innerste Haut, die 
gewöhnlich am ersten zerreisst. In den meisten Fällen erlolgte 
der Tod durch den Biss des aneurysmatischen Sackes oder einer 
in denselben hineingehenden Arterie. Die M'ahren Aneurysmen 
kommen in jedem Theile des Gehirns vor und zwar darum so 
häufig, weil sich die Arterien wohl gleichmässig ausdehnen, 
a ber nicht in falsche grössere Aneurysmen übergehen können, 
°der an ihrer Ausdehnung gehindert, zerreissen und apoplectisch 
ta dten. Bei Aneurysmen der Stammarterien ist dies nicht der 
Eall, Die Aneurysmata per anastomosin sind im Schädel äus- 
aerst selten und Verf. weiss keinen einzigen Fall der Art au- 
zuführen. Die 14 Beobachtungen, welche er aus verschiedenen 
Schriften entlehnt, gehören sämmtlich dem Aneurysma sacci- 
Jornic und fusifarme an. — 1) Ein kräftiger und gesunder 
Mann von 54 Jahren litt seit einigen Monaten öfters an sehr 
heftigen Kopfschmerzen und fühlte häufig in den Gliedmassen 
grosse Schwäche, welche ihn oft am Schlafe hinderten. Ein 
atens erwachte er plötzlich aus einem, mit starken Schmerzen 
Verbundenen Schlafe und erzählte, dass es ihm geschienen habe, 
® . hätte er einen heftigen Schlag in den Nacken bekommen. 
Seine Athemzüge waren abwechselnd stark und seufzend, be
	        
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