Full text: (Neueste Folge, Band 2 = 1836, No 9-No 16)

200 II. Pathologie, Therapie und mcdicinische Klinik. 
des Gesichts angesclnvollen, denn bei 6 Kranken betraf die 
Geschwulst nur eine Seite. Das Fiebenftwar nacli dem Grade, 
den es erlangte und nach seiner Dauer sehr verschieden. Meist 
war es sehr lebhaft, was der Verf. bei frühem Fällen dieses 
Uebels stets beobachtet hatte, stieg sehr schnell bis zur Acme, 
gewöhnlich schon in 24- Stunden und dauerte gleich heftig*2— 
3 Tage fort, worauf Nachlass eintrat. Die Entscheidung er 
folgte mit dem 3., 5. oder 7., in G Fällen sogar erst mit dem 
9. Tage und zwar unter allgemeinem, reichlichem Schweisse, 
der um so anhaltender und deutlicher war, je intensiver das 
Fieber aufgetreten war. Einige Male blieben die Fiebersymp- 
tome ganz unbedeutend und machten fast gar keine Beschwer 
den. Als Regel konnte man annehmen, dass der Grad des 
Allgemeinleidens dem Grade des örtlichen Leidens entsprach, 
doch beobachtete man auch Ausnahmen, in denen geringere 
Anschwellung der Speicheldrüsen von lebhaftem Fieber beglei 
tet wurde, oder beträchtliche Geschwulst nur geringfügiges Fie 
ber zur Begleitung hatte. Das Fieber zeigte alle Charactere 
der Synocha, sehr erhöhten Turgor vitalis, daher rothes Ge 
sicht und heisse, aber weiche Haut, frequenten, grossen, vol 
len, weichen Puls, lebhaften Durst und sehr gesättigten Urin. 
Drüsengeschwulst und Fieber verliefen jedoch nicht gleich, in 
dem das Fieber stets früher entschieden, als die Anschwellung 
verschwunden war. Im Gegentheile blieb letztere bisweilen 
nach völliger Beseitigung des Fiebers einige Tage ohne alle 
Zeichen der Abnahme und zertheilte sich dann allmählig mit 
dem 7., 9., 11. oder 13. Tage. Ueber den letztem hinaus 
dauerte die Geschwulst nie. Dies M - ar der geMöhnliche Ver 
lauf des Uebels. Ueber die Abweichungen von der Norm nun 
Nachstehendes: 1) Versetzung des Uebels von den Speicheldrü 
sen auf die Hoden kam nur einmal vor. Sie trat am 2. Tage 
der Krankheit plötzlich ein und zwar, da die Drüsen nur auf 
einer Seite des Gesichts angeschwollen waren, nur auf den Ho 
den derselben Seite. Gesclnvulst des Hodens und dem Hoden 
sackes Maren mässig, weich, Menig schmerzhaft und von mas 
sig ein Fieber begleitet. Nach 3 Tagen hatte sich die Anschwel- 
Iung verloren, ohne dass die frühere Behandlung verändert m or- 
den Märe. Besonders Maren durchaus keine äussern Mittel an 
gewendet worden. 2) Erbrechen trat nicht etwa anfangs und 
Mährend der Zunahme der Krankheit, sondern vielmehr in der 
Abnahme derselben ein und belästigte dann die Pat. durch seine 
Häufigkeit einige Tage sehr. Es stellte sich unmittelbar nach 
dem Genüsse von Speisen und Getränken ein und brachte grosse 
Erschöpfung hervor. Die Natur dieses Erbrechens anlangend, 
hält. W. dasselbe mit Burserius für nervös, denn nicht nur« 
wurde es nicht durch unregelmässigen Gang des Uebels bedingt, 
sondern es bestand auch bei reiner Zunge, reinem Geschmaeke, 
unverändertem Appetite und Abwesenheit von schmerzhafter
	        
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