Full text: (Neueste Folge, Band 2 = 1836, No 9-No 16)

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V. Staatsarzneikunde. 
entfernt war. — Vor allem suchte sich S. nun auf jede nur 
mögliche Art über genaue Erkennung des Falls in Kenntniss zu 
setzen. Er suchte daher den Muttermund durch die Finger nach 
und nach zu erweitern, was auch, bei eingetretener Syncope, 
endlich gelang. Hierbei entdeckte S. nun eine sehr grosse schwap 
pende Blase, die unfehlbar nichts anderes, als der Leib des 
Kindes seyn konnte. Denselben zu perforiren war nun das angele 
genste Geschäft des Verfs. Er suchte sich daher bei Mangel eines 
Troikars das eine Blatt einer langen Scheere, um die Paracen- 
tese zu machen, zu verschaffen. Während dessen aber hatte 
sich der Uterus wieder fest und krampfhaft ums Kind gezogen. 
Alsbald eröffnete er nun die Brusthöhle, durchstach das Zwerch 
fell und gleich stürzte ihm eine ungeheure Menge seröses Was 
ser entgegen. Im Augenblick war auch das Rind geboren. 
Bis zum Bauch war es ziemlich genährt und ausgebildet, aber 
die unteren Extremitäten so abgemagert und kurz, dass sie 
gleichsam nur eine Andeutung derselben waren. Die Bauch 
höhle hatte bei ihrer Anfüllung gewiss — 2 Fuss im Durch 
messer. Die Leber war sehr gross, eben so die Nieren. Nä 
her durfte S. das Kind durchaus nicht untersuchen. Die Schwan 
gerschaft war, bis auf die gewöhnlichen Beschwerden, normal 
verlaufen. Als Ursache nahm die Frau einen im 5. Monate 
der Schw angerschaft erlittenen Stoss an. [Casper's Wochenschf• 
f. d. gcs. Heillc. 1836. Nr. 8.] 
V. Staats arzneikunde. 
80. Angebliche Disproportion der Geschlechts- 
theile und daraus hergeleitete Schmerzen bei def 
Begattung. Ein gerichtlich-medicinischer Fall aus den Pa 
pieren des Dr. Voigt zu Leipzig. — Eine Frau wünscht ihf 
Ehebündniss gelöst zu sehen und giebt als Grund an, dass si® 
bei Ausübung des Beischlafes mit ihrem Manne die heftigste 1 * 
Schmerzen empfinde, und zwar deshalb, weil die iibermässig e 
Grösse seines Penis mit der Enge ihrer Vagina in keinem Vef' 
hältnisse stehe. — Die Frau und Klägerin, welche 60 Jal» re 
alt und, ausser an einem Nervenfieber und einer Brustentziin- 
dung niemals erheblich krank gewesen seyn will, lebte 13 Jal' r ® 
in ihrer ersten Ehe, blieb dann 7 Jahre Witwe und schloß 
vor 2^ Jahren ihr zweites und jetziges Ehebündniss. Sie geba r 
in ihrer ersten Ehe 4 Mal, ohne dabei zu leiden, und verl°* 
vor 12 Jahren ihre Katamenien, ohne Beschwerden davon g e * 
tragen zu haben. Ihrer Aussage gemäss war es in der erste** 
Elie anders, als in der zweiten: ihr jetziger Gatte habe sie d® 
Nachts stundenlang herum gemartert und dennoch sein män<*j|' 
ches Glied nicht in ihre Mutterscheide bringen können. ** 
habe sich solche Behandlung 9—10 Mal gefallen lassen, td* e
	        
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