Full text: (Neueste Folge, Band 2 = 1836, No 9-No 16)

IV. Gynäkologie und Pädiatrik. 
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geöffnet ist, so kann man den Pressschwamm leicht durch ein 
Instrument einführen. Die dabei anzuwendenden Instrumente 
zerfallen somit in 2 Klassen: in solche, durch die der Mutter 
mund erweitert und durch die der Pressschwamm eingeführt 
Wird. Zu den erstem gehören die Ausdehnungswerkzeuge von 
Osiander, Mende, Busch und Schnackenberg. Er- 
steres Dilatatorium ist aber wegen seiner Unzweckmässigkeit, 
da es bloss 2 Arme besitzt, durch die nachfolgenden bessern fast 
ganz verdrängt worden. Unter den übrigen 3 erfüllt unstreitig 
das von Busch theils wegen seiner Länge, theils wegen der 
mm gegebenen Beckenkrümmung am besten seinen Zweck. 
Steht der Muttermund sehr hoch und ist er, wie z. B. bei einer 
Erstgebärenden, fest geschlossen, so erreicht man mit dem 
Me n (1 e’schen wohl schwerlich seinen Zweck; denn ist auch 
Wirklich von aussen der Uterus gehörig fixirt, so weicht doch 
heim Einbringen des Instruments die feste Vaginalportion aus 
Un d erschwert, besonders da die Beckenkrümmung fehlt, unge 
mein das Geschäft. Anders steht es mit dem Dilatatorium von 
Busch^ durch das man eher zu seinem Zwecke kommt. Steht 
der Muttermund auch hoch und ist er auch geschlossen, so 
kann man doch bei einiger Geschicklichkeit und Ausdauer das 
Instrument in den Muttermund einbringen, was besonders durch 
Seme Länge und Beckenkrümmung begünstigt wird. Auch ist 
«s nicht zu übersehen, dass das Busch’sclie Instrument sich 
leichter als das Mende’sche handhaben lässt. Während man 
sich bei Letzterem auf den Schraubengang verlassen muss, hat 
man beim Ersteren die Gewalt des Ausdehnens in der Hand 
*md kann demnach leicht die Ausdehnung ohne Schaden bemes- 
Sen> Dass aber auch das Busch’sche Dilatatorium den Ope 
rateur im Stich lassen kann, w ird sich aus dem später mitzu- 
"icilendenFalle ergeben. Das Sphenosiphon von Schnacken- 
ber g ist noch zu neu und noch zu wenig angew endet, als dass 
man über seinen praktischen Werth urtheileü könnte. Wäre 
®cine Anwendung nicht so höchst unbequem, so könnte es wohl 
Ur die Kunst sehr viel leisten. Ist der Muttermund so weit 
erweitert, dass man Pressschwamm einführen kann, so bedient 
an sich dazu verschiedener zangenartiger Instrumente. Klu- 
" e nahm dazu ein von ihm erfundenes, einer Schlundpolypen- 
an & e ähnliches, mit der Beckenkrümmung versehenes Instru- 
oh” 1 beulen suchte mittelst einer krummen blechernen, am 
^ ern Theile reisfederähnlichen Röhre, durch die ein Draht den 
Und SSSC ■ amm ln ^ en Muttermund bringt denselben einzuführen 
siel erre * c * ll . e au ch damit seinen Zweck. Lovati bediente 
cett ZU ? ®‘! ,, ^ ,ren des Pressschwammes einer elastischen Pin- 
e j n e * I” einem andern Falle brachte er den Schwamm mittelst 
\yg S öjuxhens in den Muttermund. Was den praktischen 
i,dieser Methode anlangt, so ist die Anwendung dersel- 
bei Erstgebärenden, bei engen Becken besonders mit stark 
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