Full text: (Neueste Folge, Band 2 = 1836, No 9-No 16)

176 
IV. Gynäkologie und Pädiatrik. 
die Bauchwnnde ungestört heilte. Nach 4 Wochen war die 
Wöchnerin ganz hergestellt und nach 5 Wochen konnte sie, 
sich besser als früher, wenigstens wie sie sagte, befindend, 
ihren häuslichen Verrichtungen wieder nachkommen. [Med. 
Zeit. v. Vereine j. Heiik. in Pr. 1836. JYr. 13.] 
78. Einige Worte über die In s trumental hülfe 
bei der Operation der künstlichen Frühgeburt, 
nebst Mittheilung eines Falls dieser Operation, 
der zu Anlang d. J. 1835 in der K. bairischen Ent 
bindungsanstalt zu Würzburg vorgekommen; von 
l)r. Gusta v Seehrich. Um diq Operation der künstlichen Früh 
geburt in Ausführung zu bringen, hat man nicht allein mehrere 
Methoden, sondern aucli eine ganze Menge von Instrumenten 
erfunden, die, je nach Erfüllung ihres Zwecks, die Ausführung 
der Operation auf mehrfache Weise zulassen. Es giebt nämlich 
folgende Methoden die in Rede stehende Operation zu bewerk 
stelligen: 1) durch den Eihautstich; 2) durch Einführen eines 
fremden Körpers in die Vaginalportion, nach Brünning 
hausen und Kluge und 3) durch Lostrennen der Membrana 
decidua nach Hamilton und durch Erweckung der Wehen- 
thätigkeit mittelst Reibungen mit der flachen Hand nach d’Outre- 
pont und mittelst innerlicher Mittel. Die Operation der künst 
lichen Frühgeburt mittelst des Eihautstiches ist bei weitem die 
häufigste, sicherste und in sehr vielen Fällen die einzig mögliche. 
Man hat die Eihäute jedesmal durchstehen können, wonach die 
Fruchtwasser ablaufen und die Geburt beendigt werden konnte. 
Zu dieser Methode bedienten sich, besonders früher, die Eng 
länder eines männlichen silbernen Katheters, den sie jedoch bald, 
w'eil es schwer w’ar mit dem stumpfen Ende die Eihüllen zu 
zerreissen, bei Seite legten und genöthigt waren, ein spitzigeres 
Werkzeug zu wählen. Jetzt wird zu diesem Zwecke fast all 
gemein der Wenzel’&che Troicart benutzt. Alle Instrumente 
zum Eihautstick hier anzuführen, ist nicht Zw'eck des Verfs., 
da selbige im Grunde genommen wenig von einander verschie 
den sind. Denn Alle, die diese Methode ausführen, bedienen 
sich dazu eines schneidenden oder spitzigen, in einer Röhre be 
findlichen Instrumentes. Siebold-und d’Outrepont haben 
das Wenzel’sche Instrument wesentlich verbessert. Ersterer 
liess Röhre und Troicart um 4- Zoll verlängern, die Spitze der 
Röhre kolbig auslaufen und fügte ausser dem Troicart noch 
einen am obern Ende einer knopfförmigen Sonde gleichenden 
Drath bei, der bei geringer Oeffnung des Muttermundes, wie 
es besonders bei Erstgebärenden der Fall ist, leichter in den 
Muttermund dringt und den Troicart den Weg bahnt, der nach 
ausgezogenem Drahte statt dessen in die Röhre geschoben wird. 
Letzterer verlängerte das Instrument um 3 Zoll, gab ihm eine 
stärkere Beckeukriimmung und liess das obere Ende abrunden. 
Ritgen, der unter Allen den Eihautstich am häufigsten aus
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.