Full text: (Neueste Folge, Band 2 = 1836, No 9-No 16)

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IV. Gynäkologie und Pädiatrik. 
halses, nicht zu hoch angeschlagen werden darf. 6) Ohne die 
Meinung Derer zu bestreiten, welche behaupten, die Blutungen 
entständen aus der Gebärmutter, wesshalb sie bei den Polypen 
des Muttergrundes ain heftigsten, ain schwächsten bei denen 
des Mutterhalses und Muttermundes wären, so ist dem Verl, 
doch das umgekehrte Verhältnis, das er in 2 Fällen beobach 
tete, aufgefallen. In dem 1. Falle >var die Blutung, wiewohl 
der Muttermund offen stand und sich der Uterus in einem nicht 
Contrahirten Zustande befand, sehr gering, während in dem 
2. Falle, wo Alles dafür sprach, dass der Polyp aus dem 
Mutterhalse oder der Lefze des Muttermundes hervorgewachsen 
sei, seit 10 Jahren häufige und sehr copiöse Blutflüsse erschie 
nen waren. 7) Was den Vorzug des Abschneidens betrillt, so 
Mar dies bei dem noch in der Gebärmutter befindlichen Polypen 
gar nicht möglich. Wo ein dicker Stiel ohne sichere Grenze 
zwischen der Basis desselben und der Gebärmutter vorhanden 
ist, möchte die, ohnehin leichter ausznfiihrende Unterbindung 
Stets vorzuziehen seyn, sowie ferner ängstliche Kranke leichter 
hierzu zu bewegen sind, als zu dem Schnitt. [Rmt’s Magaz. 
Bd. 45, Heß L J 
77. Kaiserschnitt mit glücklichem Ausgange 
für die Mutter; vom Kreis - Physikus Br. Wittz.vck in 
Templin (a. amtl. Berichte). Eine schwächliche, 4 Fuss 1 Zoll 
grosse, im Kreuze stark eingebogene Webersfrau von 38 Jah 
ren M’ar das erste Mal schwanger und hatte schon 5 Tage und 
Nächte die heftigsten Geburtsw'ehen gehabt, als man den Verf. 
rief, der das kleine Becken, besonders am Eingänge durch 
nornnvidrige Vorragung des Kreuzbeins, widernatürlich veren 
gert fand. Die Conjugata hatte nur 14- Z., der Uterus stand 
über dem obern Eingänge des kleinen Beckens. Der Mutter- 
niund liess sich nicht erreichen. Die KindesbeM’egungen hatten 
seit 3 Tagen, nach starkem Froste, aufgehört. Das Kindswas- 
ser Mar schon abgegangen. Die Wehen hielten heftig an, aber 
'veder Natur, noch Kunst konnten die Geburt beM’erkstelligen. 
"W. führte, von einet 1 Hebamme und einem Chirurg unterstützt, 
den Kaiserschnitt in wenigen Minuten glücklich aus. Den 
Schnitt machte W. in der Linea ulba. Die durchschnittenen 
Theile bluteten nicht sehr. Das Kind war ein Knabe, der 8 
Pfund M’og und normal gebildet Mar. Die Wöchnerin befand 
sich nach der Operation ziemlich wohl und schlief in der fol 
genden Nacht mehrere Stunden. Später quälte sie ein heftiger, 
schon in der Schwangerschaft zugegen gewesener Husten sehr. 
lAm 3. Tage wurde der Leib schmerzhaft, aufgetrieben, und 
als diese Beschwerden beseitigt waren, stellte. sich bebris in- 
termittens tertiana duplicata ein, die täglich 2 Anfälle machte 
^nd stets mit heftigen, ziehenden Schmerzen in F’üssen und 
Kreuz aufing, worauf starker Frost, Kopfschmerz und Schweis» 
ü S ten » Alle diese Zufälle hob aber eine genaue Cur, bei der
	        
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