Full text: (Neueste Folge, Band 2 = 1836, No 9-No 16)

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144 II. Materia medica und Toxikologie. 
Blutumlauf durch mechanische Ursachen gehemmt worden ist. 
M. nahm nun den ganzen Speisekanal oberhalb der Einschnü 
rung mit dem Magen heraus, was jedoch nur mit grosser Mühe 
geschehen konnte, da diese Theile aus den Ungeheuern Fett 
lagen gleichsam heraus präparirt werden mussten, wobei denn 
auch ein kleiner Einschnitt ins Duodenum erfolgte, aus dein 
sogleich aschgraue Flüssigkeit und einzelne Quecksilberkügel 
chen drangen. Im Magen und Dünndarm fanden sich, ausser 
vielen Quecksilberkügelchen wohl noch If Quart jener Flüssig 
keit vor. Magen - und Darmschleimhaut entsprach ihr der Farbe 
nach, Entzündungszeichen beobachtete man aber nirgends, selbst 
nicht an den Darmtheilen, die zunächst gelitten hatten. Die 
ausserordentlich grosse Leber reichte bis zu der sehr weichen 
Milz und war ganz so entartet, wie bei genudelten Gänsen. 
Die Gefässe waren blutleer. Die im Magen und Dünndärme 
gefundene Flüssigkeit hatte ihre aschgraue Farbe nur durch Um 
wandlung eines Theils regulinischen Quecksilbers in den s. g. 
Aethiops per se erhalten. [Med. Zeit. v. Vereine j, Heilk. 
in Pr. 1836. Nr. ll.j 
II. Materia medica und Toxikoiogie. 
62. Zur Materia medica', von Dr. Spaeth in Ess 
lingen. Copaiva-Balsam in Klystieren gegen Go 
norrhoe. Diese von Londe zuerst gerühmte Anwendung 
des Copaiva-Balsams wurde neuerlich wieder von Friedreich 
empfohlen und ihrer günstigen Wirkung in mehreren von dem 
selben mitgetheilten Fällen Erwähnung gethan. Dies veranlasste 
S. in einer schon seit 6 Wochen bestandenen Gonorrhöe den 
Copaiva-Balsam mit destillirtem Wasser aa 5.'?. in Klystieren 
anzuwenden, nachdem jedes Mal der Darmkanal durch ein ein 
faches, laues Klystier von Inf. jtor. Chamom. gereinigt wor 
den war. Der Ausfluss hörte schon nach dem 3. Copaiva-Kly- 
stiere auf, doch Pat. bekam eine Hodenanschwellung, die zwar 
durch Blutegel, trockne Kräuterkissen und Diaphoretica geho 
ben wurde, nach deren Beseitigung aber der Ausfluss sich wie 
der von selbst einstellte. Dieser Fall kann demnach nicht sehr 
zu fortgesetzten Versuchen ermuntern.— Kreosot in Phthi- 
sis purulenta. Dem Verf. sind nunmehr schon 3 Fälle vor 
gekommen, in denen er Kreosot in der Lungenschwindsucht 
bei schon entschieden vorhandenem Eiterauswurf mit dem besten 
Erfolge gereicht hat. Dabei ist zu bemerken, dass diese Kran 
ken auch sonst den ärztlichen Verordnungen hinsichtlich ihres 
ganzen Verhaltens sich bereitwillig untergezogen und in Um 
ständen waren, in denen sie eher ihre Krankheit abwarten 
konnten. Das Kreosot wurde hier rein mit Pulv. rad. Liquir. 
und einem Schleime zu Pillen gemacht, gereicht. Bei fortge-
	        
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