Full text: (Neueste Folge, Band 2 = 1836, No 9-No 16)

142 1. Pathologie, Therapie und medicinische Klinik. . 
chen worden wäre. Die ersten Male waren dem Ausgebroche- 
iien noch kleine Kothstiickchen beigemischt gewesen, später aber 
hatten sie gefehlt. Das Klystier war ohne Wirkung abgegan 
gen. Der Blick war frei, der Puls ruhig, die Respiration 
gleiclunässig, beim Druck auf den Unterleib fanden sich nur 
massige Schmerzen und zuweilen empfand Pat. Kollern im Bauche. 
Die entzündliche Reizung war nach Allem vorüber und man 
musste nun die beginnende peristaltische Bewegung möglichst 
unterstützen. Ausser einem warmen Bade und einem Tabaks- 
klystiere erhielt Pat. stündlich einen Theelölfel von folgender 
Mischung: Jlec. Ol. Croton. gtt. jv. G. mimos. $ß. Succh. 
alb. 5j.j- Aqu. üest. 5x. M. Abends hörte M. dass die Kranke 
im Laufe des Tags nur einmal eine geruch - und geschmacklose 
wässrige Flüssigkeit ausgebrochen und oft das Gefühl gehabt 
habe, als solle Stuhlgang eintreten. Man habe ihr desshalb 
ein zweites Klystier gegeben und durch dasselbe wären einige 
Blähungen entfernt worden. Sonst hatte sich nichts, am we 
nigsten zum Nachtheil verändert. Der Verf. empfahl noch ein 
Bad und Hess die Tropfen wiederholen. In der Nacht zum 
23. waren mehrere Stuhlausleerungen erfolgt, und am Morgen 
empfand die Kranke nur Hunger. Bei leichter Diät und gelind 
abführenden Mitteln kehrte in einigen Tagen das Wohlbefinden 
wieder zurück, dass am 28. alle Mittel wegbleiben konnten. 
Leider aber hielt dieser erfreuliche Zustand nicht lange an, denn 
schon den 2. Sept. Nachmittags trat, nachdem die Frau Mittags 
Suppe und etwas Braten mit Appetit verzehrt hatte, aufs Neue 
Uebelsein und bald auch Erbrechen des Genossenen ein. Pat. 
Hess sich sogleich ein Klystier geben, das auch gut wirkte, 
auf die Neigung zum Erbrechen aber ohne allen Einfluss blieb. 
Als M. kam, untersuchte er gleich den Unterleib. Derselbe 
war weder aufgetrieben, noch empfindlich, und selbst ein star 
ker Druck w urde recht gut vertragen. Die Kranke klagte nur 
über lästiges Uebelsein und Erbrechen, das jetzt gelbliche, mit 
Schleim vermischte, bitter schmeckende Flüssigkeit entleerte, 
sonst hatte sie weder Hitze, noch Kälte, noch Durst, womit 
denn auch der kleine, schwache, gar nicht beschleunigte Puls 
übereinstimmte. Was aber dem Verf. am wenigsten gefiel und 
an Volvulus oder Incurccratio interna denken Hess, war der 
Verfall der Kräfte und die eigene Physiognomie, die man bei 
Unterleibsübeln so sehr zu fürchten hat. Ausser Klystieren mit 
Ol. Jecor. Aselli und einem warmen Bade wurde am Abende 
und nächsten Morgen eine Gabe Calom. zu $ß und dazwischen 
unvermischtes Ol. Ricini in Gebrauch gezogen. Doch ‘w aren 
die Aussichten am 3. Sept. nicht besser: der Stuhlgang fehlte, 
das Erbrechen trat periodisch ein und roch widrig, und Pat. 
resignirte aufs Leben. Der übrige Zustand war dem am Tage 
vorher gleich, namentlich fehlten alle Zeichen einer Enteritis 
und nur wenn das Erbrechen eintreten sollte, fühlte Pat. ein
	        
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