Full text: (Neueste Folge, Band 2 = 1836, No 9-No 16)

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IV. Gjmäkologie und Pädiatrik. 
Entzündliche mehr zurück - die Hepatisation aber mehr Iiervor- 
tritt, haben Caloinel und Digitalis häufig den besten Erfolg. 
Beide kann man so lange geben, bis die Zeichen der Besserung 
eintreten und namentlich der dumpfe Ton sich verliert, oder 
sich sehr vermindert, was gewöhnlich nach 4—8 Tagen der 
Fall ist. Gleichzeitig mit ihnen kann man Vesicatore anwenden. 
Kur wenn von Keuem entzündliche Symptome auftreten, wird 
zwischendurch ein Emeticum mit Erfolg gereicht werden können. 
Genügt Caloinel mit Digitalis zur Zertheilung nicht und ist alles 
Entzündliche beseitigt, so kann man vielleicht Squilla und Se- 
nega mit Vortheil verordnen. Doch rufen sie, zu bald gege 
ben, leicht wieder Entzündung hervor. Ist neben der Pneumo 
nie eine Unterleibsentzündung zugegen, so können ausser den 
Blutentziehungen keine innern Mittel einen Platz finden. Da 
die nervösen Symptome und Convulsionen durch die schnell ent 
standene Unbrauchbarkeit eines wichtigen Organs herbeigeführt 
werden, so ist auch für sie das eben erwähnte Verfahren wohl 
das passendste und sie verlieren sich wenn die Lunge wieder 
gehörig athmet. Reizende Mittel nützen wenig, oder nichts, 
da sie nur dem Symptom, nicht dem Zustand entsprechen; sie 
bringen aber oft Nachtheil, weil sie das örtliche, das Grund- 
übel verschlimmern. Kur wenn bei grosser Schwäche und nach 
Beseitigung alles Entzündlichen Hepatisation zurückgeblieben ist, 
können sie vielleicht ohne Schaden gegeben werden, zu kalten 
Umschlägen auf den Kopf lasse man sich nie verleiten, da die 
selben das Lungenübel verschlimmern. Entsteht unter solchen 
Umständen ein mehr hectischer Zustand, der Monate dauern 
kann, so hat S. oft bei gelind nährenden Mitteln, Eselsmilch, 
Arrow-Root, Lichen Carageen, und einmal, wo starkes Schleiin- 
raseln an einer Stelle der Brust Eiterung anzeigte, unter Bei 
hülfe von Phellandrium Genesung eintreten sehen. Neigt aber 
das Uebel unter Dyspnoe und Röcheln zum Stickfluss hin, dann 
empfiehlt man flüchtig reizende und Brechmittel. Reizende gegen 
vermeintliche Lungenlähmung gegeben, helfen wohl nie, doch 
bewirken sie, dass die Brechmittel weniger leicht ihre Wirkung 
versagen. Die Brechmittel können den durch Unwegsamkeit 
der Lungen hervorgerufenen Tod auch nicht aufhalten, doch 
konnte man sich in der Diagnose geirrt haben und das Uebel 
konnte Bronchitis seyn, wodurch plötzliche Krise, durch Schleim- 
anhäufung, Erstickung drohen kann, und da mögen denn Brech 
mittel immer verordnet werden, da sie hier nützen, beim Aus 
gange der Pneumonie aber keinen Nachlheil bringen, [Hufe- 
land’s Journ. d, prakt. Heilk. 1835. JVov.]
	        
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