Full text: (Neueste Folge, Band 2 = 1836, No 9-No 16)

104 III. Chirurgie und Ophthalmologie. 
H umberl führt die eigenen Worte seiner geheilten Kranken 
über die bewirkte Reduction und Consolidation des Gelenkko 
pfes an, die nachstehende Avaren: ich fühle jetzt wohl, das9 
es Avieder in gehöriger Ordnung ist, ich kann jetzt mit meinem 
Fusse wieder hinausstossen, Avas ich vorher nicht kounte. 
H umbert selbst fährt daun fort: er glaube nicht, dass man 
Richtigkeit der Reduction Averde bestreiten wollen. Worauf 
hätte denn der Schenkelkopf geruht, der doch so hinreichend 
solid gestützt war, dass er den Körper tragen konnte und das 
Hinaufweichen verhindert wurde? Wie könnte man sich an 
ders die gleiche Länge beider Glieder erklären, die bervirkt 
wurde, wenn nicht das, was man eingerichtet hatte, durch 
Atrophie in seinen Dimensionen vermindert, oder durch Retra- 
ction der Muskeln gegen das Becken momentan ein w enig ver 
kürzt warl Wie lässt sich anders ein fester, und oft mit kaum 
merklichem Hinken verbundener Schritt bei denen denken, die 
noch kurz vorher nur mit ausserordentlicher Mühe und Anstren 
gung gehen konnten und bei Bervegung häutig den Schenkel 
kopf wieder in die Fossa iliaca steigen fühlten? Welches 
andere Gefülil konnte das seyn, das er bei jeder Reduction im 
Augenblicke empfand, avo der Schenkelkopf Avieder in die Ge 
lenkhöhle zurücktrat? Nach Allem diesen behauptet Humbert, 
dass man die Wahrheit nicht bestreiten wird; und in diesem 
Falle ändert sich der Stand des in Rede stehenden Gegenstan 
des ganz: man kann nun nicht mehr an constante Veränderung 
der Articulationsflächen glauben und Avenu sie auch vorkommt, 
so kann sie nur sehr selten seyn, da sie Humbert in 12Fäl 
len nicht ein Mal beobachtete. Nimmt man hierzu, dass Rust 
sagt: die Sectionen derer, welche die 3. und 4. Periode des 
Uebels iiberstanden haben und erst später an einer andern 
Krankheit gestorben sind, zeigen die beAVunderungsAVÜrdigsten 
Verrichtungen, Avodurch die immer rege Thätigkeit lebender 
Organismen einen beschädigten Theil in etAvas wieder brauchbar 
zu machen sucht und man muss wirklich den AufAvand beAvun- 
dern , den die Natur zum Wiederersatz des Verlorengegangenen, 
zur Vereinigung der getrennten Gebilde, und zur möglichst 
vollkommenen Herstellung von einem solchen Uebel gebraucht 
— so dürfte es daher so absurd nicht seyn, anzunehmen, dass 
diese überall schaffende und unterstützende Natur etAvas Aelin- 
liches am Orte, den sie zur eigentlichen Gelenkverbindung be 
stimmt hat, thäte, Avenn man die daselbst angeregte und er 
höhte plastische Thätigkeit umsichtig leitete? Eine Haupt- 
scliAvierigkeit ist aber nur noch vorerst zu bestimmen, nämlich 
welche Fälle sich vorzugsAveise zu einem Curversuche eignen 
und welche nicht, da die auf Sectionen gegründeten diagnosti 
schen Auhaltepuncte noch fehlen und die von Humbert ange 
gebenen äusseru Merkmale sehr unbestimmt sind. Es wäre da 
her im Interesse der leidenden Menschheit zu wünschen, dass
	        
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