Full text: (Neueste Folge, Band 3 = 1836, No 17-No 24)

74 I. Pathologie, Therapie und medicinische Klinik. 
heben. Auch bei der Darmeinschnürung vermittelst eines Lo 
ches im Gekröse (die ungemein selten ist), sei es gerathen, 
durch absichtliche Verwundung in dieser Gekröspartie den Pro 
zess zu veranlassen, der eine Verwachsung derselben mit einer 
anstossenden, oder mit der Bauchwand, und dadurch Disloca- 
tiou der Oeffnung zur Folge hätte. [Oesterr. vied. Juhrb. 
1836. Bd. 19. St. 4.] 
28. Oertliche Behandlung der einzelnen syphi 
litischen Krankheitsformen auf der Abtheilung für 
syphilitische Kranke der Berliner Charite-Heil 
anstalt; vom Stabsarzte Dr. Strunz. Nachdem der Verf. 
(Summar. N. F. Bd. I. Hft. 6. Nr. 164.) die Entziehungskur, 
wie sie auf der genannten Abtheilung in Gebrauch ist, bespro 
chen hat, lässt er nun die Behandlung der einzelnen Formen, 
so weit sie örtlich in Betracht kommen, in kurzen Umrissen 
folgen; 1) Balanitis und Posthitis. Die blennorrhoische 
Entzündung der Eichel und innern Vorhautlamelle, die oft mit 
Excoriationen complicirt ist, erfordert unter den früher ange 
gebenen allgemeinen Rücksichten örtlich kaum etwas anders 
als häufige Reinigung des Gliedes mit lauwarmem Wasser, 
während man die Vorhant, vorausgesetzt, dass sich keine Phi 
mose vorfindet, bis hinter die Corona zurückziehen lässt und 
wo möglich so erhält. wenn dagegen nicht etwa Besorgniss 
einer Paraphimose spricht. Höchstens wendet man ^4qu. saturn. 
lauwarm nebenbei so an, dass man einige Mal des Tags die entblöss- 
te Eichel entweder damit begiessen oder baden lässt. Von zwi 
schen Eichel und Vorhaut gelegten und mit Bleiwasser befeuch 
teten feinen Leinwandstreifen sah man hänfig Schmerzen, Ent 
zündung und die oft knorpliche Beschaffenheit der innern Vor- 
hautlamelle sich vermehren. 2) Blennorrhoea vrethrae et Va 
gina e. Meist kommt der Tripper erst in einem spätem Stadium 
als Nachtripper zur Behandlung, gewöhnlich wenn in der Stadt 
entweder unter ärztlicher Aufsicht, oder durch eigene unzw’eck- 
mässige Verordnung schon vielerlei Mittel gebraucht worden 
sind. Hier, bei Abwesenheit aller Entzündung, giebt man 
nach einigen laxireuden Gaben der Magnes. sulphur. immer 
mit bestem Erfolge, woran jedoch die strenge Erfüllung der 
früher aufgestellten Bedingungen zweifelsohne vielen Theil 
hat, den Bah. copaiv. rein, 2 Mal täglich zu 15 — 30 Tropfen 
und sucht nebenbei die üble Gewohnheit der meisten Tripper 
kranken, nach dem Harnlassen die Mündung der Harnröhre ge 
waltsam so lange zu drücken und zu quetschen, bis man Schleim 
sieht, wodurch unstreitig zur Unterhaltung einer chronischen 
Entzündung und des Ausflusses beigetragen wird, möglichst zu 
verhindern. Nur sehr selten, was in den letzten 2 Jahren nur 
einmal nöthig war, greift man zu Injectionen einer schw achen Auf 
lösung des Zinc. sulph. und bedient sich dazu einer vom G« 
M.R.Ür.Kluge angegebenen Injectionspritze, die nur höchstens 2
	        
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