Full text: (Neueste Folge, Band 3 = 1836, No 17-No 24)

I. Pathologie, Therapie und medicinische Klinik. 73 
und tödtet endlich. Nimmt die Krankheit diese Wendung, so 
verläuft sie sehr rasch, oft schon vor Ablauf von 2, gewöhn 
lich von 6 — 10 Tagen. Nämlich bei oben angegebenen Symp 
tomen W’erden die Gesichtsziige sehr entstellt, das Auge ist 
stier und eingefallen; der Stuhlgang ist gleich Anfangs ver 
stopft, oder es werden, besonders durch Klystiere, wenig harte 
Kothklumpen entleert und dann erst tritt hartnäckige Versto 
pfung ein. Durch das Erbrechen, welches häufig zugegen ist, 
werden anfangs die genossenen Speisen und Getränke oder 
Arzneien, gewöhnlich mit grünlicher Galle vermischt, später 
aber graulich-gelbliche, gelbe oder bräunlich-gelbe, trübe, 
sehr stinkende, flüssige Fäcalmaterien entleert. Die erhöhte 
Temperatur sinkt unter die normale, der ganze Körper erkaltet 
und wird, vorzüglich Gesicht und Extremitäten, von Livor 
überzogen, die Gesichtsziige sind fürchterlich entstellt und der 
Puls ist kaum noch zu fühlen. Endlich hören Schmerzen und 
Erbrechen auf und der Tod macht dem Leiden ein Ende. — 
2) Zur Therapie. Wird durch die Strangulation das Darm- 
Lumen an einer oder mehreren Stellen völlig vernichtet, so ver 
lässt uns jede Arznei. Leichte Abführmittel haben zwar das 
Uebel im Beginn öfters gelösst; aber über diese Periode hinaus 
mögen sie nicht mehr nützen, vielmehr schaden, je verschwende 
rischer und heroischer man sie verabreicht. Das Messer giebt 
das sicherste Heilmittel ab und kann sogar die Disposition zu 
künftiger Gefährdung des Darmkanals tilgen. Der Heilkünst 
ler müsste sich mittelst des Bauchschnittes den Weg in die 
Unterleibshöhle bahnen, die Einklemmung oder Einschnürung 
aufsuchen und lösen. Bei der ersten uud zweiten Art der 
Darmeinschnürungen würde eine Entwicklung des Darmkanals 
nach seiner Länge und eine naturgemässe Lagerung desselben, 
dann eine zweckmässige Körperlage, verbunden mit einem wohl 
zu berechnenden Drucke auf einem oder dem andern Abschnitt 
der Bauchhöhle, und strenger Ruhe hinreichen; bei den Con- 
strictionen der 3. Art aber müsste noch einmal das Messer 
zur Hand genommen und damit die einschnürenden oder ein 
klemmenden Zellfäden, Zellplatten, Stränge des entarteten Nez- 
zes und devgl. durchschnitten, und, um eine neue Anheitung der 
runden Enden derselben am andern Orte und die dadurch mög 
liche neue Gefährdung des Darmkancls zu verhüten, wo mög 
lich an ihren beiden Insertionsstellen ganz abgetragen werden, 
so würden die Verwachsungen, welche diese Stellen wahr 
scheinlich wiederum eingehen, zu innig sein, um eine neue 
Einklemmung veranlassen zu können. Verf. meint ferner, dass 
es bei der ersten und zweiten Art def Darmeinschnürungen 
direkte Indication sey, nebst der Zurechtlegung der Ge 
därme, solche Verwachsungen einzuleiten, nämlich, um durch 
s ' e die Möglichkeit zu einem künftigen Umschlagen eines 
Darmstückes über das andere, oder zur Achsendrehung aufzu-
	        
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