Full text: (Neueste Folge, Band 3 = 1836, No 17-No 24)

70 I. Pathologie, Therapie und medicinische Klinik. 
Da rmschlinge noch eine 2. und 3. durch, von denen 
vorzüglich nur 4 D arm s t e llen stark, am stärksten 
aber die zunächst über oder vor der Ab gäbe des 
Divertikels befindliche eingeschnürt und brandig 
zerstört war. Die Darmschlingen, welche nicht so unmit 
telbar gedrückt wurden, sahen schwarzblau, ihr Gekröse 
sclnvarzroth aus, waren von schmuzig-griinlicher und bräunlicher 
Lymphe iiberzpgen und enthielten, wie auch das Divertikel an 
einzelnen Stellen, braunen, dünnen, aufgelösten Fäcalbrei. — 
4) Ein bisher gesunder Mensch von 36 Jahren bekam, wahr 
scheinlich nach Erkältung, heftige Kolik, Spannung und bei 
der Berührung Empfindlichkeit des Unterleibes, Unruhe, Angst, 
grossen Durst, periodisches Erbrechen galliger Stoffe, kühle 
Haut, Livor im Gesichte und an den Gliedmaassen und kleinen 
härtlichen Puls, Bei einer streng antiphlogistischen Behandlung 
liess das Uebel den 3. Tag nach und verlor sich in den näch 
sten ganz; allein den 6. Tag kehrte es mit erneuerter Wuth 
zurück und das Erbrechen wurde, während es an Stuhlgang 
gänzlich fehlte, fäculent. Pat. starb den 10. Tag. — ln dem 
beträchtlich aufgetriebenen und gespannten Unterleibe waren 2 
Pfund schmuzig-griinlich-gelbe, trübe, im Becken dickliche, 
eiterähnliche Flüssigkeit angesammelt; das Bauchfell an der vor 
dem Wand geröthet und injicirt, die Leber mit dem Zwerch 
felle hinaufgedrängt, an der Oberfläche missfarbig, in der Tiefe 
rothbraun, welk, zähe und blutleer; der Magen von Luft und trü 
ber, schmuzig-graulich brauner, sehr stinkender Flüssigkeit aus 
gedehnt, seine Schleimhaut missfarbig und blauroth gesprenkelt. 
An der vordem Platte des Gekröses einer 1 Schuh 
langen Schlinge aus der Mitte des Krummdarmes 
war eine Zoll lange und £ Zoll breite, ligamen- 
töse Zellplatte quer herübergespannt; ihre bei 
den Insertionspunkte reichten nahe an den Dari« 
und lagen 3 Zoll auseinander. Ueber dieses Li 
ga ment stieg, linker Seits nächst seiner Insertion, 
das sch u hlange D ar mst ü ck mit seinem Gekröse von 
aussen in den von eben dem Ligamente und dem 
Gekröse umschriebenen Spalt nach und nach ganz 
herab. Dabei wurde das Ligament zu einer mas 
sigen bi n d fa d en di ck en Schnur zusammengedreht) 
um l.f Zoll verkürzt und sie schnürte das genannt.® 
Darmstück nebst seinem Gekröse nächst jenen bei 
den Insertionspuncte n fest zusammen. Dieser stran- 
gulirte Theil des Darmes war schwärzlichgrün, seine Häute 
sehr verdickt, blutig sufTundirt uud mürbe; das Contentum war 
etwas schmuziggelbe , fäculente Flüssigkeit. Oberhalb det 
Strangulation war der Darmkanal stark aufgetrieben und von 
oben genannter Flüssigkeit strotzend, seine Häute waren in fit' 
trirt, die peritoneale dunkelroth und mit graulicher, lockerer
	        
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