Full text: (Neueste Folge, Band 3 = 1836, No 17-No 24)

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IV, Gynäkologie und Pädiatrik. 
keisso, äusserst schmerzhafte Geschwulst von leichter rosenarti 
ger Röthe. In der Nacht zum 22. April hatte Pat. delirirt. 
Respiration und Fieber waren a:i» 22. wie Tags vorher. Die 
Geschwulst hatte die Farbe verloren und erstreckte sich über 
den Vorderarm, fluctuirte deutlich und schmerzte weniger. An 
den Genitalien erschienen dagegen Puerperalgeschwüre. Die 
nächtlichen Delirien dauerten auch am 23. fort, die Respiration 
Wurde röchelnd, der Puls hatte 150 Schläge, w ar klein, w eich. 
Die Geschwulst am linken Arme war weicher, fluctuirte uoch 
deutlicher und Pat. gab bei Berührung keinen Schinerz an. 
Nachdem die Delirien noch die nächste Nacht angehalten, starb 
Pat. am 24. Morgens 5 Uhr. Der Leichenbefund war sehr 
interessant und zw-ar folgender: der Körper war mittler Grösse, 
fett, die Haare blond, die Iris blau, der Hals kurz. Der Brust 
korb breit, gewölbt, die Brustdrüsen gross, röthlich grau, mit 
Weisser dickflüssiger Milch. Der Zellstoff unterhalb des Pcclo- 
rctlis major rechter Seits war mit Blut und gräulich-gelber ei 
terartiger Flüssigkeit infiltrirt. Der Unterleib war stark aufge 
trieben, die äussere Schaam livid, theils oberflächlich corrodirt, 
theils geschwürig. Im Sichelbehälter fand sich eine geringe 
Menge Blutgerinnsel, in den Seitenhirnhöhlen 1 Drachme kla 
res graues Serum. Die Schilddrüse war röthlich braun, die 
Venen derselben sehr blutroth, die Luftröhre in ihrer Schleim 
haut blassroth, sehr stark aufgewulstet. In der linken Brust 
höhle stagnirte eine, in der rechten 2 Unzen dunkelrother bluti 
ger Flüssigkeit. Beide Lungen waren frei, die Substanz blass, 
grauliehroth, stellenweise milzartig dicht, mit röthlicher Flüssig 
keit infiltrirt, in den übrigen Lungenlappen sarcomatös, zäh und 
tnit dünnflüssigem, schäumendem Blute infiltrirt. Die Bronchial- 
v erzweigungen waren mit röthlichem Serum angefüllt, die 
Schleimhaut derselben dunkel geröthet. Im Herzbeutel fanden 
sich 6 Drachmen gelber, klarer Flüssigkeit, das Herz erschien 
schlaff, längs den Gefässen durch Fäulniss missfarbig, die Sub 
stanz war aufgelockert und in den linkseitigen Höhlen sah man 
Rlutcoagula, im rechten Atrium dünnflüssiges, schäumendes Blut. 
Die Leber war gross, welk, gräulich röthlich und zahlreiche 
Venen derselben missfarbig und mit dünnem Blute gefüllt. Die 
Gallenblase, deren Häute aufgelockert waren, enthielten hell 
gelbe, dünnflüssige Galle. Die Milz wur gross, schwarzbraun, 
tj’c Substanz sehr aufgelockert, iniirbe, das Pancreas schlaff, 
oer Magen schloss schwarzbraune Flüssigkeit ein, die Schleim- 
haut war überall mit hellrothen, linsengrossen Flecken besetzt, 
an gewulstet und am Fundus schwarz, wo der Zellstoff mit Se- 
infiltrirt war. Die Schleimhaut des Ileums erschien aufge- 
0c kert, die Gekrösdriisen schlaff, welk; die Nieren blass, welk, 
Hylus aus gegen die Kelche durch Fäulniss missfarbig. 
Die ausgedehnten Harnleiter wären mit röthlicher Flüssigkeit 
an gefüllt, von Fäulniss missfarbig, aufgelockert. Die Schleim-
	        
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