Full text: (Neueste Folge, Band 3 = 1836, No 17-No 24)

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IV. Gynäkologie und Pädiatrik. 
een glücklich entbunden, nur musste man die Placenta künstlich 
entfernen. Am 7. April entwickelte sich bei sehr sparsamen 
Lochien Fieber, das mit wiederholten Frostanfällen anfing und 
sehr bald heftig wurde. Die Haut war trocken, heiss, die 
Milchabsonderung jedoch nicht unterdrückt. Am nächsten Tage 
bemerkte man geringe, schmerzhaft geröthete Geschwulst am 
linken Ellenbogen, die unter steigender Rothe, Hitze u. Schmerz 
die folgenden Tage sich über den Vorderarm fortsetzte. Der 
Puls hatte 120 Schläge. Durst und Hitze waren bedeutend. 
Am 10. war der Arm um den Ellenbogen herum besonders 
stark geschwollen, bis zur Harte gespannt, brennend heiss, 
blauroth, höchst empfindlich. Es fanden sich gastrische Zeichen, 
der Puls war sehr frequent, schnell, gross, weich und Nachts 
stellten sich Delirien ein. Bis zum 14. Apr., dem 7. Tage der 
Krankheit, waren die Erscheinungen fast dieselben, indem sich 
auch die nächtlichen Delirien wiederholten; an diesem Tage 
aber wurde die Geschwulst am Ellenbogen weicher, die Haut 
schwarzblau und es bildeten sich grosse Brandblasen auf dem 
Vorderarm. Das Fieber hielt ohne Remission an. Der Puls 
war auf 140 Schläge gestiegen. Am 15. lösten sich die brand 
artigen Hautstellen ab und es entstand ein kreisrundes Geschwür 
mit starkentzündeten, blaurothen, zackigen Rändern, dessen 
Grund mit schmutziggelben, zähen, lederartigen Bandmassen 
bedeckt war, unter denen dicker, gelber Eiter der faulig-brenz 
lig roch, ausfloss. Bis zum 18. Apr. stiessen sich die Iederar- 
ligen Bandmassen ab, während profuser Eiter aus der Tiefe 
quoll und die Eutzündung sehr abnahm. Das Fieber hatte be 
deutend nachgelassen. Der Puls von 100—110 Schlägen war 
klein, weich. Am 19., dem 13. Tage des Uebels, und in den 
folgenden Tagen stieg das Fieber wieder, die Zunge war stark 
belegt, es fanden sich profuse Schweisse vor und die Milchse- 
cretion war sehr vermindert, doch nahm man im Urin ein rahm 
artiges Sediment wahr. Zugleich traten Respirationsbeschwerden 
mit Husten und schleimigem Ausw urf ein. Aus dem Geschwür 
floss gelblich-grüner, wie Lochien riechender Eiter. Der Ge 
schwürsgrund war schmutzig braun, ohne Granulation. Am 22. 
erfolgten, übelriechende, dünnflüssige Stühle; Fieber, Schweisse 
und Hespirationsbeschwerden blieben dieselben. Neben dem 
Geschwüre hatten sich 2 neue gebildet, die fistelartig mit ein 
ander zusammenhingen und mit der Hohlsonde in ein offenes Ge 
schwür verwandelt wurden, worauf man in der Tiefe w ieder die 
selben sehnenartigen Eitermassen sah. Am 23. Abends, dem 
17. Tage des Krankseins, stellten sich lebhafte Sohmerzen im 
Vnterleibe ein, welche die Nacht über unter Delirien fortwähr 
ten. Am 24. Abends hatte sich der Gesichtsausdruck sehr ver 
ändert. Das Gesicht war bleich, aufgedunsen, das Auge matt 
glänzend, unruhig, von dunkelblauen Ringen umgeben und die 
Muudwiukel nach unteu verzogen. Der Unterleib war sehr
	        
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