Full text: (Neueste Folge, Band 3 = 1836, No 17-No 24)

42 III. Chirurgie und Ophthalmologie. 
nur zweckentsprechend im Bette gelagert, auf die Bruchstelle 
machte man resolvirende Ueberschläge und innerlich gab man 
eine Auflösung von Tarl. stib. in refr. dos. mit einigen Tro 
pfen Tinct. arnicac montan. Wie nämlich dem Verf. zahl 
reiche Erfahrungen bewiesen haben, ist der Tart. stibiat. zu 
1 —2 Gr. auf 4 Unzen dest. Wasser mit^ — 1 Scrupel Tinct. 
Arnic. beiCoinmotionen ein vortrefllich wirkendes Mittel. Am 3* 
Tagenahmen die Zufalle der Commotion merklich ab, es stellte sich 
freiwilliges Uriniren und auf ein Klystier auch Stuhlgang ein und das 
Bewusstseyn war wieder ungetrübter. Aber bald ging es wieder 
schlechter. Schon den andern Tag bemerkte man leichtes Phan- 
tasiren, Zuckungen, kleinen, schnellen , ziemlich frequenten 
Puls, Schlafsucht etc. Ein Aderlass von 12 Unzen schaffte 
aber merkliche Besserung. Innerlich nahm Pat. Mandelemul 
sionen mit Nitr. dcp. und Tart. siib.. Die Besserung schritt 
vorwärts und auch der Zustand des fracturirten Fusses liess 
an Reposition und Anwendung von Maschinen denken. Der 
zum Consil geladene geh. Hofr. Prof. Dr. Beck aus Freiburg 
bestätigte die Diagnose des Schenkelhalsbruches und veranlasste 
den Verf., seine Maschine anzuwenden, was denn auch sofort, 
am 9. Tage nach dem Falle, geschah. Die ganze Operation 
ging ohne merklichen Schmerz vor sich und die permanente 
Extension wurde täglich vermehrt, so dass am 6. Tage der 
nöthige Grad vorhanden war. Die Extension ertrug Pat. gut 
und bei Ruhe und passender Diät war in der 6. Woche die 
Heilung des Bruches so weit vorgeschritten, dass man die Ma 
schine abnehmen konnte. Der Steifigkeit der Gelenke durch 
die lange Ruhe, so wie der Schwäche des Fusses überhaupt, 
begegnete man durch Einreibungen von flüchtigem Linimente, Spir. 
Meliss. Rorism. etc. In der 8. Woche ging Pat. schon wie 
der etwas herum. Der gebrochen gewesene Fuss hat jetzt ge 
nau wieder die Länge des gesunden und das Gehen erfolgt 
ohne die mindeste Beeinträchtigung oder Beschwerde. [Heidel 
berger medic. Annalen. Bd.II. Hft. L] 
17. Ein Fall von Verletzung des Fussgelenks; 
vom Wundarzt Josenhanns in Gerlingen. Eine 58jährige Frau 
von lebhaftem Temperament, Mutter zweier Kinder, war, 
bis auf die Kinderkrankheiten, immer gesund gewesen. Sie 
hatte aber das Unglück, durch Läufigwerden des Pferdes , als 
sie auf einem Leiterwagen bergabwärts fuhr, umgeworfen zu 
werden und die unten zu beschreibende Verletzung zu bekom 
men. Der Unfall geschah etwa 10 Minuten von Gerlingen und 
die Verwundete musste nach Hause getragen werden, wo J. 
dieselbe i Stunde nachher sah. Neben einigen andern, aber 
unbedeutenden Verletzungen war die des Fussgelenks diejenige, 
die hier beschrieben werden soll. Der Verf. fand die Verwundete 
aut einem Tische sitzend, beide Füsse herabhängend und den 
linken Vorderfuss mit dem Unterschenkel so verdreht, dass die
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.