Full text: (Neueste Folge, Band 3 = 1836, No 17-No 24)

464 I. Pathologie, Therapie und medicinische Klinik. 
223. Behandlung der Incontinentia TJrinae 
nocturna der Kinder; von Dr. Leiger. Baudelocque, 
Guersent und Dupuytren rühmten das kalte Bad, oder 
Schwefel - und Jodbäder; Undervood das Seebad, Lalle- 
niand aromatische Bäder, Goulard Einführung des Catheters 
nach je 3 bis 4 Tagen und Andere Vesicatore, Electricität und 
viele innerliche Wittel. L. hält Erschlaffung der Sphincteren für 
Ursache und Canthariden und Nu.v vornica für Heilmittel. Er 
reichte mit dem besten Erfolge Kindern von 5 bis 10 Jahren 
querst 7 bis 8 Tropfen Tinct. canth. und stieg bis zu 20, selbst 
bis zu einer Drachme oder gab |—£ — 1 Gran Pulver Abends 
in Pillenform. Ribes und Guersent folgend, sahen Mau- 
ricet und Mondiere nach Nux vomica stets Heilung. Sie 
gaben des Tags 3 Pillen, von denen jede Gran Brechnuss 
und 21- Gran schwarzes Eisenoxydul enthielt. [Hamburger 
Zeitschr. f. d. ges. 31edic. Bd. III. Hft. 1. nach: Bullet, 
de Therap. Mai. 1836.] 
224. Ein einfaches Mittel gegen den Schlu 
cken; von Dr. Hacker in Leipzig. Unter Schlucken versteht 
man bekanntlich eine convulsivische Inspirationsbewegung von 
längerer oder kürzerer, in kurzen Intervallen wiederkehrender 
Dauer. Er bestellt in einer unwillkürlichen plötzlichen Zusam- 
menziehung des Zwerchfells und dem augenblicklichen und ge 
räuschvollen Eindringen der Luft durch die verengte Oeffnung 
der Stimmritze in die Lungen. Diesem unvollkommenen Ein- 
athmen folgt unmittelbar ein natürliches Ausathmen. Wir wol 
len hier nicht von dem Schlucken, welcher eine wirkliche 
Krankheit constituirt, oder als Symptom einer solchen auftritt, 
sprechen, allein für den Schlucken, welcher durch eine leichte 
reizende Ursache entsteht, giebt es kein einfacheres, sicheres 
und schnelleres Mittel, als das, zwar nicht neue, aber doch, 
wie mir daraus hervorzugehen scheint, dass es die Laien nur 
selten benutzen, von den Aerzten zu wenig angerathene Wittel, 
den Athmen zurückzuhalten. Selbst bei Kindern habe ich es 
durch Zuhalten der Nase und des Wundes probat gefunden. 
225. Zur Lehre von der Syphilis; aus den Papie 
ren des Dr. Vojot zu Leipzig. (Fortsetzung Summar- N. F. 
Bd. 3. Nr. 95.) 5) Dass Schankergift, auf die Epidermis ge 
bracht, wo diese nicht gerade die feinste Unterlage hat, da 
selbst absorbirt werden und sich so der Säfteniasse mittheilen 
könne, wird der erfahrne Practiker schwerlich bezweifeln und 
mag durch folgende Thatsache constatirt werden. — Einem 
Neugebornen wurde eine Säugamme gegeben, welche man ohne 
ärztliche Zuziehung gewählt und dabei einem Zeugnisse, wel 
ches für ihre Thätigkeit als Amme sprach, aber von altem 
Datum war, zu viel Glauben geschenkt hatte. Das Mädchen 
hatte, bei übrigens vortrefflichen Qualitäten als Säugamme und 
bei blühendem Ansehen und scheinbar guter Gesundheit, links
	        
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