Full text: (Neueste Folge, Band 3 = 1836, No 17-No 24)

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III. Chirurgie und Ophthalmologie. 
fesstellen Hess, schief von unten nach oben und innen gebro 
chen. Der Fuss war über 2 Z. verkürzt und der mittlerweile 
etwas zu sich gekommene Kranke nicht im Stande, den Fuss 
zu bewegen, noch viel weniger aufzuheben. Der Trochanter 
major war auf der kranken Seite der Darmgräthe näher ge 
stellt als auf der gesunden und ausserdem bemerkte man Rota 
tion des Schenkels und Vorderfusses nach aussen. Der ganze 
Fuss konnte leicht nach innen gedreht werden, rotirte aber, 
aus der Hand gelassen, gleich wieder nach aussen. Im Hüft 
gelenke fühlte der Verwundete, bei Bewegungen mit dem 
Fusse, heftigen Schmerz. Die Crepitation der Bruchstelle war 
sehr deutlich. Der Verwundete war übrigens auf die linke 
Seite gefallen. — Der Verf. hat längst gegen die geeifert, welche 
die Knochenbrüche nicht bald genug einrichten können und da 
durch dem Kranken viele unnüthige Schmerzen, ja oft unheil 
bare Nachtheile hervorrufen. Die Verbringung des Gliedes in 
passende Lage, nebst einem, je nach Umständen, innerlichen 
und äuserlichen, mehr oder weniger kräftigen antiphlogistischen 
Verfahren ist alles, was S. vor der Hand thut. Dass die Lage 
des Glieds, an dem der Knochenbruch ist, bestmöglichst ge 
sichert werden müsse, versteht sich von selbst. Erst wenn die 
Zufälle der traumatischen Reaction, namentlich Geschwulst und 
Schmerz, nachgelassen haben, was am 4., 6. oder 8. Tage 
geschieht, nimmt S. die Einrichtung des Bruchs und Anlegung 
des erforderlichen Verbandes etc. vor. Hatte man früher über 
die Diagnose des Knochenbruchs noch Zweifel, so werden diese 
bei einer jetzt vorgenommenen Untersuchung gewiss möglichst 
beseitigt und man wird die Beschaffenheit des Bruchs genau 
bestimmen können. Die Einrichtung geht nun leicht und mit 
geringen Schmerzen für den Pat. vor sich. Von genauer Crepi- 
pitation der Bruchenden kann man sich nun leicht überzeugen, 
was früher bei grösserer Geschwulst und Schmerzen nicht so 
der Fall war. Das Vorurtheil des Publikums, dass ein Kno 
chenbruch möglichst bald eingerichtet werden müsse, tritt leider 
hier sehr oft dem Wundarzte in den Weg. Der Pat. ist niclit 
eher ruhig, bis er am gebrochenen Gliede Verbandstücke sieht. 
Um bei Fussbrüchen diesem Hindernisse zu begegnen, den Kran 
ken zu beruhigen, und den Schein, als thue man etwas, an 
zunehmen, kommt dem Verf. seine Maschine trefflich zu Statten. 
Er legt den gebrochenen Fuss auf die Maschine, sichert so leicht die 
Lage desselben und Pat. ist beruhigt. — Letzteres Verfahren 
würde S. auch in oben mitgetheiltem Falle angewendet haben, 
wenn nicht dringende, eine schlimme Prognose verkündende 
Zufälle des Allgemeinleidens seine ganze Aufmerksamkeit in 
Anspruch genommen hätten. Die Symptome der Hirn - und 
Rückenmarksentzündung hielten nämlich 48 Stunden in ziem 
lich hohem Grade an und drohten zuletzt Paralyse der untern 
Hälfte des Körpers. Uuter diesen Umständen wurde der Fuss
	        
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