Full text: (Neueste Folge, Band 3 = 1836, No 17-No 24)

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V. Staat,sarznelkun Je, 
Endlich sind auch einige -wenige Beobachtungen von Albert, 
M e n d e, 0 a r u s , H o in a n n, W i 1 d b e r g, mitgetheilt, welche 
wenigstens die Möglichkeit des Vorkommens siigiilirter Eindrücke 
um den Hals der Kinder und durch die umschlungene Nabel 
schnur zu beweisen scheinen ; allein auch diese wenigen Fälle 
haben in forensischer Hinsicht kaum einigen Werth , da in den 
selben die fragliche Erscheinung am Halse zwar durch die Na 
belschnur, aber nur unter Mitwirkung wichtiger, die Geburt 
sehr erschwerender Nebenumstände, welche bei verheimlichten 
Geburten in der Regel wegfallen, herbeigeführt werden; an- 
derntheils ist in ihnen das wirkliche Vorhandenseyn von 
Blutunterlaufungen nicht mit der in forensischer Hinsicht er 
forderlichen Gewissheit constatirt, so dass es unentschie 
den bleibt, ob jene angeblichen, von den Beobachtern'nicht 
weiter verfolgten und genau untersuchten Blutunterlaufungen 
blos in einer temporairen Stockung oder Congestion des Blu 
tes in der eingedrückten Hautstelle, die im Leben der Haut 
turgor meist sehr bald wieder verschwinden macht, oder in 
wirklicher Blutaustretung in das umliegende Zellgew ebe, bestan 
den haben. Der Verf. hat selbst einen Fall beobachtet und 
ein anderer ist ihm von Ri ecke mitgetheilt worden, wo der 
gleichen Hautfärbungen in Folge von Nabelschnurumschlingung 
vorkamen, die indess bald wieder spurlos verschwanden. Auch 
verhindern, den Beobachtungen zufolge, grossere Länge, Win 
dungen, Elasticität und die dadurch mögliche grössere Ausdeh 
nung der Nabelschnur, ferner die bei regelmässigen Geburten 
stattlindende gleichmässige Contraction des Uterus, welche die 
Insertionspunkte der Nabelschnur einander sehr nähert, in der 
Regel einen so lioiien Grad von Anspannung derselben um den 
Hals, dass dadurch tiefe Eindrücke oder sugillirte Riemen ent 
stellen könnten; aber selbst bei dem höchsten Grade von An 
spannung würde doch die einen weichen, glatten, elastischen, 
rundlichen, bei stärkerer Ausdehnung mehr in die Breite wei 
chenden Strang bildende Nabelschnur bei Umschlingungen ent 
weder gar keine oder doch nur mehr breite als tiefe Rinnen 
oder Furchen in der Haut bilden, während bei der Einwirkung 
einer festen Schnur, eines schmalen Bandes und dgl. der um 
gekehrte Fall eintreten würde. Bei absichtlichen Erdrosselun 
gen der Kinder durch eine Schnur u. dgl. fehlen bisweilen die 
Blutunterlaufungen ganz; selbst bei Erhängten verursacht, allen 
Beobachtungen nach, der Strick nur höchst selten eine Blut 
unterlaufung. Viel wichtiger erscheint das Vorkommen der 
Nabelschnurumschlingungen um den Hals bei der Geburt hin 
sichtlich ihrer nachtheiligen Folgen für die Kinder selbst; von 
122 reifen (in der Stuttgarter Anstalt) natürlich geborenen Kin 
dern mit umschlungener Nabelschnur, kamen 39 scheintodt zur 
Welt; bei 10 Kindern wurde die Gattung von Scheintod mit 
Ohnmacht beobachtet, hier war die Nabelschnur meist lang und
	        
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