Full text: (Neueste Folge, Band 3 = 1836, No 17-No 24)

III. Chirurgie und Ophthalmologie. 
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,?e st K. nun vollends ahtrennen sollte, eher gestielt war, in 
dem ihre Basis nur die Länge und Breite der Schaamlippe hatte 
*'nd in: Verhältnisse zum grosseu Umlänge der ganzen Geschwulst 
";ohl einem Stiele glich. Doch wollte der Verl', dem Wunsche 
die Geschwulst durch Abbindung dieses Stieles zu entfernen, 
n,c ht willfahren, indem ihm gänzliche Ausrottung der Ge 
schwulst mit dem Messer weit schneller und leicht ausführbar 
erschien. Er nahm auch gleich diese Operation vor, indem er mit 
einiger Hauteraparniss an der Basis der Geschwulst 2 halbmond- 
lörmige Schnitte führte und den Stiel ganz ablöste. Die Blu 
tung aus einigen in ihm enthaltenen Gefässen stand sehr bald. 
l*at. fühlte sich nach Befreiung von ihrer Last sehr erleichtert. 
®ie Heilung der Operationswur.de ging durch Eiterung und ohne 
•die Zufälle sehr rasch vor sich; am 23. März konnte die Frau 
bereits ihren Geschäften wieder vorstehen und Mitte Aprils w ar 
die Wunde schon geschlossen. Die rechte Schaamlippe ist 
Jedoch jetzt noch angeschwollen und grösser als die der linken 
’^eite. Beide Stücke zusammen wogen gleich nach der Opera- 
hon noch 8y Pfd. Beschaffenheit und Structur der Geschwulst 
anlangend, bestand die ganze Geschw ulst aus gleichmässigerFett- 
j'iasse von derber Consistenz und war ein Lipoma im eigfent- 
'•clien Sinne. Die Vergrösserung desselben nach dem Aul'hö- 
fen der Menstruation, die periodische Zunahme und der etwas 
S( d*ene Sitz eines solchen Gebildes geben, von der Grösse ab 
gesehen, diesem Falle etwas Ungewöhnliches und einigermaas- 
®eu Merkwürdiges. Sehr wahrscheinlich ist übrigens, dass die 
*cttbildung bei dieser Frau weiter fortschreiten und entweder 
a|s allgemein sich bis zu einem gewissen Grade noch mehr aus- 
bdden, oder durch neue Ablagerungen in eine oder mehrere 
Umschriebene Geschwülste sich äussern wird. Ob eine solche 
^blagerung dann an einer andern Stelle oder am nämlichen 
Platze Statt finden wird, muss erwartet werden. [t>. Gräfe’s 
u. Jf al/her’s Journ. d. Chir. u. udugenheilk. ßd. 24. HJt. 2.] 
207. Beitrag zur Behandlung der Hodenent- 
^“ndung vermittelst Compression; vom Hofinedicus 
Koch in München. Nachdem K. die von Fricke bekannt 
8 e, *iachte Behandlung der Hodenentzündung mittelst Compres- 
Sl °“ (Summar. Bd. I. Hft. 5. Nr. 142.) angewendet und 
S*eich gute Resultate dadurch erhalten hat, kann er nicht um- 
Jl n > auch seinerseits darüber Nachricht’zu geben, denn die 
l°rziig e dieser Methode sind so gross, dass sie allgemeine Nach 
ahmung und Verbreitung verdient, wozu der Verf. gern auch 
f.'^as beitrüge. Vielfach ist die Compression gegen entzünd- 
J c h angeschwollene, vorzüglich drüsige Organe schon seit län- 
Ser er ^eit angewendet und besonders von England her gegen 
c, trl,us gerühmt worden. Gelungene Versuche zeigten, dass 
*° Unter bestimmten Verhältnissen das Volumen krankhaft aus 
gedehnter Organe mit Vortheil beschränkt w erden könne. Keio
	        
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