Full text: (Neueste Folge, Band 3 = 1836, No 17-No 24)

427 
III. Chirurgie und Ophthalmologie. 
glenoitlea Tibiae txlema leer blieb. Gleichzeitig wurde da 
bei die Stellung der Kniescheibe verändert, doch konnte K. ge 
nau ihr Lagenverhältniss nicht ermitteln. Ueber die innere Be- 
Sc ha(Fenheit des Gelenks wagt der Verf. keine Vermuthiingen 
aufzustellen, da nur die anatomische Untersuchung erklären 
kann , wie beim eigentümlichen Bau des Kniegelenks und der 
Festigkeit seines Ligamenten-Apparates die beschriebene Form 
abweichung möglich und beim Uebertrilt des äussern Gelenk- 
hnorren in die innere Gelenkgrube des Schienbeins der Wider- 
stand der Ligamenta cruciata, der Acclivitas int er. comhjloi- 
dea und der Zwischenknorpel überwunden werden konnte. 
Das Gehen war mit lästiger Spannung ums Knie verbunden und 
er müdete den Burschen sehr bald. Wie der Vater meinte, 
"'äre sein Sohn früher von diesem Fehler frei gewesen und er 
habe ihn durch Karren in den Braunkohlenstollen seit einigen 
fahren allmählig bis zur gegenwärtigen Entstellung erworben. 
Die Stellung der Beine eines Menschen, der einen schweren 
Karren aus der Tiefe heraufschiebt, ähnelt allerdings der be 
triebenen Missgestaltung und die Entstehung derselben wird 
hei individueller Anlage durch wiederholte und lange Dauer 
ei "er solchen Stellung bei grosser Muskelanstrengung erklärbar. 
Ueber Wirkung eines festen, doch elastischen Kniebandes, 
dass K. für den Kranken fertigen liess, kann er nichts mit- 
d'eilen, da er bald darauf Musskau verliess. [Hamburger 
Zeitschr. f. d. ges. Medic. Bd. 2. Lift. 4.] 
206. Ueber eine grosse Fettgeschwulst an der 
"chaamlippe und ihre Ausrottung; vom Hofmedicus 
Koch zu München. Eine jetzt 53jährige Schuhmachersfrau 
v ,°n robustem Baue, von je zur Fettbildung geneigt, erinnerte 
a,c h in der Kindheit an der rechten Schaamlippe einen Furun- 
gehabt zu haben. Im übrigen war sie stets gesund, ge 
hörig menstruirt und gebar 7 gesunde Kinder. 1825, bald 
"ach der 7. Niederkunft entdeckte sie an der rechten Schaam- 
*'PPe eine kleine Geschwulst, die sich schmerzlos und weich 
a |*fühlte, allmählig grösser wurde. 1833 blieb endlich die seit 
e >niger Zeit immer schwächer gewordene Menstruation ganz aus, 
')as anfangs keine weitere Beschwerden hervorzurufen schien. 
® e hr bald darauf bemerkte jedoch die Frau, dass die Geschwulst 
au ffallend wachse, besonders fühlte sie deutlich, dass stets am 
■Anfänge des Monats bei vermehrter Wärme der Geschwulst und 
“Wer merklichem Pulsiren in derselben, diese an Ausdehnung 
sichtlich gewann. Auch an den übrigen Körpertheilen wurde 
aer Fettansatz in gleichem Verhältnisse stets grösser. Obgleich 
J|Un die Geschwulst schon durch ihr Gewicht der Kranken sehr 
as,I 'g zu werden anfing, so suchte sie doch keine Hülfe, son- 
dern verbarg vielmehr ihr Uebel und zwar selbst dem Manne. 
D'e kleinen Stillstände, die das Wachsthum der Geschwulst bis 
machte, gaben ihr noch immer Hoffnung und Muth, ihre
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.