Full text: (Neueste Folge, Band 3 = 1836, No 17-No 24)

II. Materia medica und Toxikologie. 
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oft sich wiederholt und zuweilen 1 bis 2 Mal 24 Stunden ge 
währt, aber sich immer wieder von selbst verloren. Der Netz 
bruch, dessen allmähüges partieenweiscs Rutschen durch den 
Leistenkanal man Jahre lang beim Zurückschieben deutlich ge 
fühlt halte, wurde seit längerer Zeit nicht mehr verspürt, wohl 
aber stärkere Anschwellung des Saamenstrangs gegen den Bauch 
ring hin. Ein Podagraanfall fesselte den 56jährigen Mann 14 
Tage ans Bett, während welcher Zeit derselbe das Bruchband 
ganz abgelegt hatte, 3 Wochen nach der Wiedergenesung wurde 
aber beim Aufsein und Ausgehen das Bruchband wieder getra 
gen. In der Weichengegend entstand zunehmender Schmerz 
und die Cirsocele erreichte binnen 2 Tagen einen solchen Grad, 
dass die Stränge am Hoden Gänsefederkieldick, das Vas cleje- 
rcns bis an den Leistenring eben so dick und bis an diesen 
hin mehrere harte, gewundene Stränge von der Dicke eines 
massigen Mannslingers sich fühlen Hessen, wodurch das Scrotum 
lästig schwer wurde. Im verkleinerten, besonders im Neben 
hoden, so wie im Saamenstrauge bis an den Anfang des Ho 
densacks hinauf, war der Schmerz erträglich, desto stärker und 
empfindlicher aber im ganzen Leistenkanale und in der Leisten 
gegend, die letztere bedeutend angeschwollen war. Längs der 
Lendengegend und bis gegen das Rückgrath hin erstreckte sich 
dumpfer Schmerz. F. Hess täglich 8 bis 10 Mal und jedesmal 
^ Stunde über Scrotum, Leistengegend und Mittelfleisch Schnee 
überlegen und diese Stellen damit bis zum Schmerzgefühl reiben. 
Hierauf trat starke Zusammenziehung der Theile ein und Ge 
schwulst des Saamenstranges und Schmerzen nahmen ab. Nach 
8 Tagen war so der Krampfaderbrnch auf seinen alten langjäh 
rigen geringen und leicht zu ertragenden Grad zurückgebracht 
, und die Schinerzen haben sich, bis aut leichtes spannendes Ge 
fühl im Leistenring, verloren. Bei dem öftern Untersuchen fiel 
es dem Verl", auf, dass er von der früher so oft gefühlten und 
selbst reponirten Netzhernie und selbst von ihrem Säckchen, das 
sonst nach der Reposition so deutlich zwischen die Finger als 
verdickte Haut zu nehmen war, gar nichts mehr spürte. Auch 
Pat. merkte nichts mehr davon und empfand auch beim Husten, 
Niesen und andern Anstrengungen keine Schwäche im Leisten 
ringe, kein Heraustreten eines Theils. Die Bandage wurde ab 
gelegt, das Scrotum durch Suspensorium unterstützt und kalte 
Bäder für das Scrotum längere Zeit fortgesetzt. Ohne irgend 
Rückfall der Cirsocele, oder Netzhernie, sind schon mehrere Mo 
nate vergangen und das gänzliche Verschwinden des Sacks der 
letztem lässt sich nur durch ungestörte Contiguität beider Wände 
des serösen Sacks, wodurch Verwachsung und Verödung ent 
standen ist, erklären. Die Bewirkung dieser Contiguität aber 
nfiiss man unstreitig dem spätem, bessern und anhaltenden Zu- 
rückhalten des Bruchs durch die Bandage, dem Druck derselben 
aul den Hals des Bruchsacks, der Zunahme der Cirsocele, wo-
	        
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