Full text: (Neueste Folge, Band 3 = 1836, No 17-No 24)

III. Chirurgie und Ophthalmologie. 
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empfinde, das ihm nöthigte, mit der Linken dort unaufhörlich 
zu reiben. Bei trockenem Wetter verschwand diese Empfin 
dung. Ein massiger Druck oberhalb der Geschwulst erregte 
keinen Schmerz, unterhalb derselben auf den innern Condylus 
krachte aber der leiseste Druck einen Schmerz hervor, der dem 
Von Druck auf die Gesell« ulst ausgehenden ähnlich, nur scliwä- 
cher war. Wenn der rechte Arm in der Nacht gekrümmt ge 
igen hatte, so empfand Pat. ain Morgen bei jedem Versuche, 
ihn gerade zu strecken, den heftigsten Schmerz und er musste 
dann den Arm mit der Linken ergreilen, um ihm die freie Be 
weglichkeit allmählig wieder zu geben. Den 5. Finger der 
Hechten konnte er nie vollständig strecken; dieser und der 
Vierte Finger ermangelten auch oft der willkürlichen Bewe 
gung ganz. In andern Theilen des Nervensystems waren noch 
keine consensuellen Symptome aufgetreten, obgleich Pat., so oft 
man den rechten Arm unerwartet schnell berührte, vor Schmerz 
f-u zittern aniing. Sonach konnte man über die Diagnose nicht 
Un Ungewissen se\n, denn Lage, Verschiebbarkeit der Geschwulst 
zur Seite, eigentbiimliche Art der Verbreitung des Schmerzes 
heim Drucke etc. liessen mit Sicherheit ein Neurom des Ellen- 
hogennerven erkennen. Nachdem die Excision der Geschwulst 
als das Einzige genügende und dauernde Hülfe versprechende 
Mittel erkannt worden war, nahm der Verf. dieselbe am 21). 
•August vor. Die Haut wurde zuerst über der Aftermasse nach 
'lat' Länge derselben so mit dem convexen Scalpell getbeilt, 
dass der Schnitt -£• Z. ober- lind unterhalb der Geschwulst hin— 
ausragte. W. batte die aponeurolische Fascia mit dem ersten 
Schnitte zugleich durchschnitten und es war nun leicht, das 
lockere Zellgewebe wegzuräumen, das die Aftermasse mit den 
benachbarten Theilen verband. Als dieselbe hinlänglich entblösst 
War, schien sie äusserlich ganz aus Nervensubstanz zu bestehen 
Und man nahm jetzt wahr, dass der erwähnte elastische Strang- 
aichts w eiter war, als der Ellenbogennerw selbst, dessen schein 
bare Befestigung am innern Condylus von der hieb stark ange- 
s ]>annten Aponeurose hergetiihrt hatte. Während der Entblössung 
der Geschwulst und bei jeder Berührung derselben klagte Pat. 
mut über den heftigsten Schmerz und während der Operation 
Waren die Finger der geschlossenen Hechte stets krampfhaft ge 
krümmt und das Ellenbogengelenk w urde unter rechtem Winkel 
gebogen gehalten: gerade Streckung desselben w iirde nur ge 
waltsam haben möglich gemacht werden können. Nach Isoli- 
r,,n g wurde oberhalb der Geschwulst ein spitzes Scalpell, mit 
der Spitze gegen den Nerven gewandt, unter diesen geschoben 
'kann die Schneide rasch gegen den Nervenstamm gewendet, und 
dieser in der Richtung von innen nach aussen durchschnitten. 
) u diesem Augenblicke schrie Pat. über den heftigsten Schmerz 
ln der Hand und äusserte gleich nachher, dass seine Finger 
st eif üud starr wären. Beim Versuche, die Fiuger zu bewe
	        
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