Full text: (Neueste Folge, Band 3 = 1836, No 17-No 24)

I. Pathologie, Therapie und medicinische Klinik. 395 
voller als dieses gefunden. Aus Holland mit Quartanen und 
Wassersucht nach Bonn gekommene und dort gestorbene Kranke 
zeigten dem Verf. jedes Mal Entartungen der:Milz, zumal Er 
weichungen. Der Verf. -wagt es nicht, einen vom Wechsel 
fieber frei gewordenen Kranken sicheres Ausbleiben des Fiebers 
hoifen zu lassen, bevor nicht das linke Hypochondrium sich 
beim Zufiihlen und für das Plessimeter normal beschaffen zeigt. 
Die bloss beim weiblichen Geschlecht vorkommende Anschwel 
lung ohne Zusammenhang mit Wechselfieber hängt in der Re 
gel mit Unordnungen in der Periode zusammen; es. fehlt diese 
entweder ganz oder sie kommt nicht zur rechten Zeit, oder zu 
schwach. Es giebt Fälle, wo sich der Anfang des Milzübela 
auf einen, zuweilen nur geringen Stoss in der linken Seite zu 
rückführen lässt, meist aber bleibt man über die Gelegenheits 
ursache ungewiss. Die Pat. geben zwar an, dass die Periode 
schon lange in Unordnung sei, es lässt sich aber nicht bestim 
men, ob diese Unordnung Ursache oder Folge des Miiz- 
übels ist. Erscheint die Periode während ein schmerzhaf 
ter Zustand des Milzübels da ist, so ist nur eine geringe Gei 
müthsbewegung nöthig, um sie gleich im Stocken zu bringen* 
N. hat mehrmals erfahren, dass schon das keineswegs heftige 
Zuschlägen einer Thür die Periode einer im Zimmer liegenden 
Milzkranken hemmte. Es sind meist Mädchen und nur aus-? 
nahmsweise junge Frauen, bei denen dieses Uebel vorkommt. 
Die meisten haben fettreichen Körper, doch keinen kräftigen 
Puls und kleine Venen; das Uebel dauert meist Jahr und Tag, 
lässt zwar auf einige Zeit nach, kommt aber dann wieder. 
Während des Nachlasses ist der Schmerz nur gering, oft bloss 
heim Druck aufs linke Hypochondrium vorhanden; zur Zeit der 
Verschlimmerung kommen aber Schmerzen, Aufregungen des 
Pulses, häufig auch Krämpfe vor. Letztere sind meist sehr 
heftig und erscheinen in allen Gestalten, doch vor Allem als 
klonische. ■ Kein willkürlich-beweglicher Theil bleibt von ihnen 
verschont. In der Regel sind die Kranken während dieser 
Krämpfe scheinbar bewusstlos. Natürlich denkt der nicht näher 
Unterrichtete bei diesen Zufällen an Hirn- oder Rückenmarksr 
leiden. Dieses ist auch da, aber nur symptomatisch, voh ddr 
Milz aus. So wie das Milzübel aufhört'; hören auch die 
Krämpfe auf und es bleibt nichts von Hirn* oder llückenmarks- 
Affection zurück, das den ganzen Sturin anregende Uebel ist 
entzündliche Anschwellung der Milz. In schmerzfreien Zeiten 
ist blos Blutansammlung und Anschwellung in der Milz da, 
z «r Zeit des Schmerzes und der andern heftigen Zufälle hat 
sich aber Entzündung der serösen und fibrösen Milzhüllen hin- 
zu gesellt. Irrt der Verf. nicht, so spielt die Milz bei den s. g. 
Kervenzulällen des weiblichen Geschlechts eine viel wichtigere 
Holle, als man bisher vermuthete und er ist überzeugt, dass in 
n >anchen Fällen, wo wegen heftiger Krämpfe bei Mädchen ma-
	        
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