Full text: (Neueste Folge, Band 3 = 1836, No 17-No 24)

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IV. Gynäkologie und Pädiatrik. 
kielten, war dagegen Andern nichts, als ein Knoohenbruch und 
da das Vorkommen von Knochenbrüchen des Kindes iin Uterus 
durch äussere Gewalt auch sicher festgestelit ist, so hatten letz 
tere allerdings einigen Grund für diese Annahme. Doch sind 
es Beobachtungen, wie nachfolgende, durch die das Vorkommen 
der Rhachtiis congenita ausser allen Zweifel gesetzt wird, in 
dem man diese ganz eigentlüimliche Bildung und Beschaffenheit 
des Kindes mit keinem andern Zustande verwechseln kann. — 
Ini Wintersemester 18|£ wurde in der Polyklinik ein Mädchen 
in der Fusslage todt geboren und das sehr bedeutende Missver- 
hältniss, das man zwischen den verschiedenen Theilen des Kör 
pers fand, veranlasste, dasselbe näher zu untersuchen und zu sce- 
leliren. Die innere Untersuchung ergab nichts Besonderes, das 
Scelet aber war wie folgt beschallen: Die Länge des ganzen 
Scelets betrug 12-y Z. und die Knochen hatten zwar nicht die 
ganze Festigkeit und Ausbreitung der Ossification, wie bei 
einem völlig ausgetragenen Kinde erlangt, doch waren die Kno 
chen , die besonders durch Grösse und Form das Rhachitische 
nachwiesen, schon ziemlich fest verknöchert. Ein besonderes 
Missverhältnis fand sich darin, dass der Umfang des Kopfs ver- 
häitnissinässig zu der Grösse des Körpers viel zu gross war; 
ferner, dass der Rumpf zur Länge der Extremitäten, und be 
sonders der untern, viel zu gross war und endlich, dass die 
Extremitäten, besonders die untern, in jeder Hinsicht, sowohl 
zuin übrigen Körper im Allgemeinen, als auch zu den einzelnen 
fheilen desselben ausser allem Verhältnisse klein waren. Die 
ganze Länge des Kindes von 12 i Z. vertheilte sich auf fol 
gende Weise: 1) Perpendiculär-Durchmesser des Kopfs 3|-Z. 
also die Höhe des stärksten ausgetragenen Kindeskopfs; 2) die 
Lange des Rumpfes, inclus. Halswirbeln und Becken, 6 Z.; 
'») die Länge der untern Extremitäten, 2J- Z. Der Kopf war 
also von sehr überwiegender Grösse im Verhältnis? zum übrigen 
Körper und besonders im Verhältnisse zu den untern Extremi 
sten; der grösste oder schiefe Durchmesser betrug 5 Z.; der 
gtosse oder gerade Durchmesser Z., der Querdurchmesser 
nnd der Perpendiculärdurchmesser, wie schon erwähnt, 3^ Z. 
*Kr Umfang des Kopfes war daher sehr bedeutend, doch fand 
s 'cl> keih Wasser im Kopfe, die Knochen schlossen in der Pfeil— 
’taht ziemlich fest aneinander und waren überhaupt ziemlich lest. 
Kur die Fontanellen waren noch sehr gross und die Ossification 
l " deren Nähe noch sehr zurück; die grosse Fontanelle lief be 
deutend in die Stirnbeine herab, so dass sie 2 Z. lang und 
1 breit wurde; die hintere oder kleine Fontanelle war auch 
noch mehr ollen, als sie es seyn sollte, so wie auch noch die 
'ordern und hintern Seitenlontanellen nicht verknöchert waren. 
Die Wirbelsäule war gut beschallen und sämmtliche Wirbel 
geschlossen; nur fand sich in den Lendenw irbeln eine etwas convex 
nach aussen gehende Krümmung der Säule. Rippen und Brust-
	        
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