Full text: (Neueste Folge, Band 3 = 1836, No 17-No 24)

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380 IV. Gynäkologie und Pädiatrik. 
) 
und die Frau einstweilen ins Bett bringen wollte, platzte di® 
aufs Aeusserste ausgedehnte Scliaamlippe mit ziemlich vernehm 
barem Geräusche und es entleerte sich eine grosse Menge theils 
flüssigen, theils geronnenen Blutes, so dass eine lange Ohnmacht 
erfolgte. Die Hebamme konnte sich nicht anders helfen, als 
dass sie einen dicken Leinwandbausch, den sie in kaltes Was 
ser mit Essig getaucht, auf die Oeffnung legte und mit der 
Hand fest andrückte. Dadurch gelang es ihr für den Augen 
blick, die Blutung zu stiilen, wie sie aber den Bausch ent 
fernte, um ihn frisch einzutauschen, floss das Blut auch von 
Neuem. B. nahm, um sich vom Stande der Sachen zu über 
zeugen, den Leinwandbausch weg und sah die grosse Schaam- 
lippe noch bis zur Grösse einer starken Mannsfaust ausgedehnt) 
ganz einer aufgeblasenen Schweinsblase gleich. Gerade in del' 
Mitte derselben fand sich ein Biss von einigen Zollen Länge» 
aus dem flüssiges und geronnenes Blut hervorstürzte. B. rei 
nigte vor Allem die Höhle vom geronnenen Blute, stopfte dann 
dieselbe mit kleinen Stückchen Schwamm möglichst genau au* 
und liess darüber die kalten Fomente fortsetzen. Der Blutfluss 
stand gleich ganz und die sehr erschöpfte Entbundene fing un 
ter einigen Gaben Zimmttinctur mit Essignaphtha an, , sich z« 
erholen. Nach 4 Stunde konnte man die kalten Ueberschläg® 
weglassen, ohne dass die Blutung zuriickkehrte und der Verb 
trug nun der Hebamme auf, die Entbundene noch längere Zeü 
zu beobachten und darauf zu sehen, dass der Tampon nicht au* 
der Höhle entfernt würde. Erst nach ungefähr 12 Stunde« 
wagte B. den Tampon mit aller Vorsicht zu entfernen und da 
keine Blutung mehr eintrat, ihn nicht wieder zu erneuern, Dj® 
Ausdehnung der Scliaamlippe nahm nun sehr bald ab und l' 1 
wenigen Tagen heilte die Wunde. Zweifelsohne war hier wäh' 
rend der Anstrengung durch die Geburtsarbeit ein Gelass der 
Scliaamlippe geborsten, das sich ergiessende Blut batte dieselh® 
bis zu der erwähnten enormen Grösse ausgedehnt und sie, nach 
dem die Ausdehnung die höchste geworden, zum Bersten g®' 
bracht. [iVe/ie Zeit sehr. f. Geburtskunde von Busch, d’O“' 
trepont u. Ritgeti. Bd. JF. jHft. 1.1 
182. Ein Fall von Rhachitis congenita; vo n ’ 
G. M. R. Prof. Dr. Busch in Berlin. Man hat zwar zu ver 
schiedenen Zeiten, und namentlich in dem letzten Decenniu« 1 » 
mehrere Beobachtungen bekannt gemacht, die das Vorkommen 
der angebornen Rhachitis beweisen, doch finden sich noch » n ' 
mer Aerzte, welche entgegengesetzter Meinung sind und dl®' 
selbe läugnen. Besonders trägt dazu bei, dass bei den wi®h' 
tigsten der bekannt gewordenen Beobachtungen darin das H® r ' 
vortreten der Krankheit gefunden wurde, dass die Rnoch® 1 * 
getrennt und manchmal so zusaminengebogen waren, dass da» 
obere Ende derselben sich dem untern nahe fand. Diese K 1 ' 
scheinung, die Einige für Folge der angeborenen Bhachü ,s
	        
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