Full text: (Neueste Folge, Band 3 = 1836, No 17-No 24)

II. Materia medica und Toxikologie. 
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schwüre, welche täglich mehr ein characteristisches Aeussere 
Zunahmen, und in dem Falle, wo das Ulcus am 7. Tage ent 
standen, und wo die Impfung an dem Arme, mittelst 3 Schnitte 
vorgeuommen worden war, nachdem diese confluirt, den Unu- 
faug eines Sechsers hatte. In diesen 3 Fällen schlug ich, wie 
wohl sich die Geschw üre an den Geschlechtsteilen täglich ver 
schlimmerten, nicht eher ein Verfahren dagegen ein, als bis die 
Impfstellen in Geschw üre entartet waren. Wenn in diesen 3 
Fällen die durch die Impfung erzeugten Geschwüre ein längeres 
Curverfahren nöthig machten, so dürfte man, wenn sich dies 
Resultat nämlich für die Mehrzahl der Fälle bestätigen sollte, 
diesen Nachtheil wahrscheinlich dadurch umgehen können, dass 
man, nicht wie ich so grosse Partien verletzt, sondern nur klei 
nere Schnitte, vielleicht nur einen, macht, wodurch man eben 
so gut seinen Zweck erreichen würde. 
II. Materia medica,und Toxikologie. 
9. Bemerkungen über die Wirkungen des Blei’s; 
von Dr. Toepken in Bremen. Da man in vielen neuern Jour 
nalen das Blei vorzüglich gegen Schwindsucht anempfohlen fin 
det, und der Verf. dasselbe seit länger als 20 Jahren in meh 
reren derartigen Fällen anwendete, so hat er sich zu nachste 
henden practischen Mitlheilungen über dasselbe entschlossen. 
1814 hatte T. zu Stade in einem hannoverschen Militärhospitale 
einen Theil der Kranken zu besorgen. Unter diesen fanden 
sich mehrere Russen vor, die sowohl äusserlich, als innerlich 
zu behandeln waren. Von Erstem litten mehrere ausser ihrer 
sonstigen Verletzung an aufangender Gangrctena ex decubilu 
mit gleichzeitigem Leiden der Organe der Brust- und Bauch 
höhle. Diesen nun wurde, ausser innern Mitteln eine Mischung 
aus Spir. camph. mit Aqu. saturn. zum öftern Waschen der 
gaugränirenden Stellen gegeben. Die auf 2 Tage eingerichtete 
Portion wurde in anderthalb, ja sogar in einem Tage verbraucht. 
Innerhalb 14 Tagen ergab es sich, dass man diese Portionen 
nicht nur äusserlich angewendet, sondern auch einen Theil da 
von v aus Liebhaberei verschluckt hatte. Und gerade bei denen, 
die dies gethan, liess sich Abnahme der Eiterbildung in den 
äussern Geschwüren augenscheinlich wahrnehmen, wie sich auch 
ihr Leiden in der Brust- und Bauchhöhle merklich gegen den 
Zustand anderer gemindert zeigte. Dies konnte leicht auf die 
Vermuthung führen, dass das Blei, nicht der Camphor, das 
sie innerlich in der Mischung wider Verordnung genommen, 
diese heilbringende Wirkung hervorgebracht habe. Gleichzeitig 
erinnerte sich T. an die interessante Abhandlung über Wirkung 
des Bleies von Amelung und von nun an unterliess er nicht 
“ei passenden Fällen das essigsaure Blei zu geben und er darf
	        
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