Full text: (Neueste Folge, Band 3 = 1836, No 17-No 24)

314 IV. Gynäkologie und Pädiatrik. 
und umschloss einen Fötus von 3 — 4 Monaten mit Nabelstrang, 
Häuten und Placenta. Seine Wandungen waren reich an wei 
ten Gefässen und das Peritonaeuin verband ihn mit dem Ova- 
rium. Innerhalb des Uterus sah man schleimichte Häute, doch 
nicht über die ganze Fläche desselben, die sehr gefässreich war. 
Der Muttermund war geöffnet und die Communication mit der 
linken Fallopischen Trompete durchaus unterbrochen. Letztere 
war 1 Zoll lang und so fest und undurchdringlich, dass nie ein 
Weg zwischen ihr und dem Uterus gewesen zu seyn schien. 
Am andern Ende war sie £ Z. lang geöffnet. Diese Verwach 
sung muss gleichwohl nach der Befruchtung erfolgt seyn; aber 
wie wurde der Fötus ernährt? Welcher Theil übernahm die 
Function des Uterus und wo sass die Placenta? [Hamburger 
Zeitschr. f. A. ges. Medicin nach: London medical Gazette 
for March. 1836.] 
146. Eclatnp sia parturientium; von Dr. N. Hor- 
witz zu Tarnopol (aus dessen Uebersicht der in 2 Jahren be 
obachteten und behandelten Krankheiten). Nach der glückli 
chen Geburt eines gesunden Knaben verfiel die starke und ple- 
thorische Erstgebärende in heftige Convulsiouen, wobei dieselbe 
ohne Bewusstsein und von mehreren starken Männern kaum im 
Bette zu erhalten war. Das Gesicht glühete, die Carotiden 
und Temporalis klopften heftig, die Lochien waren verschwun 
den. — Ein reichlicher Aderlass, Blutegel hinter die Ohren, 
und ein warmes Bad gleichzeitig mit Eisumschlägen auf den 
Kopf besänftigten die Bewegungen und brachten einen mehr 
stündigen Schlaf, aus dem Pat. gesund und munter erwachte. 
[Oesterr. med. Jahrb. Bd. 19. St. 4.] 
147. Ueber Eclampsia gravidarum als lndi- 
cation zum Accouchement force; von Dr. Reinfeldt, 
Oberarzte des Mitau sehen Stadtkrankenhauses. Gegen Beschleu 
nigung der Entbindung bei Eclampsia gravidarum haben sich 
neuerlich einzelne Stimmen erhoben. Man hat die Ausicht auf 
gestellt, dass die Eclampsie der Schwängern und Gebärenden 
keine reine Nervenkrankheit sei, dass die Verstimmung des 
Nervensystems von dem primär erkrankten Gefässsysteme aus 
gehe und die Grundkrankheit in vermehrter Venosität bestehe, 
unter deren Ursachen aber die Schwangerschaft obenan stehe 
etc. und darauf hat man die Behauptung gestützt, dass das 
Accouchement jorci eine nicht nur nutzlose, sondern sogar 
schädliche Operation sei, und dass man im Gegentheile die Ge 
burt wo möglich retardiren müsse, um durch verzögerte Con- 
tractionen des Uterus die Congestionen nach Brust und Kopf zu 
verhüten. Schon auf den ersten Blick muss man gegen diese 
Ansicht folgende Fragen aufwerfen: 1) wenn Schwangerschaft 
an und für sich vermehrte Venosität bedingt, warum zeigt das 
aus der Ader gelassene Blut Schwangerer nicht die venöse, 
sondern geradezu im Gegentlieil durch überwiegeuden plastischen
	        
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