Full text: (Neueste Folge, Band 3 = 1836, No 17-No 24)

26 I. Pathologie, Therapie und medicinische Klinik. 
schieden hatte. 1829 entwickelte sich, oder trat in Erscheinung 
die Krankheit des Pancreas und als jener Arzt im Oct. 1831 
die Behandlung übernahm, fand er Pat. bereits durch das Lei 
den, das die Form einer Cardialgie hatte, sehr angegriffen. Es 
>varen bereits damals häufiger, zusammenziehender Schmerz in 
der Magengegend, Uebelkeiten und Erbrechen habituell ge 
worden. Den Magenschmerz besänftigte man durch Wismuth- 
oxjd und erhielt Pat. durch auflö'sende Mittel in erträgli 
chem Zustande. Anfang des Jahres 1833 nahmen die Schmer 
zen im Leibe wieder zu, Pat. klagte über Krümmen und 
Winden, als sei im Bauche etwas Lebendes, und musste 
sich sehr häufig erbrechen, wodurch sie, sie mochte etwas, 
oder nichts gegessen haben, nur saures Wasser entleerte. 
Winden und Zerren im Leibe beschrieb sie so deutlich, dass 
ihr Arzt eine Bandwurmcur anordnete, die aber, so wenig als 
eine schon früher gebrauchte, einen Bandwurm zu Tage förderte. 
Später wurde ein Homöopath gebraucht und dann bekam C. im 
April 1834 Pat., die jetzt schon seit Monaten bettlägerig, elend 
und erschöpft war und hectisches Fieber hatte. Längst schon 
konnte sie, wegen gänzlicher Abneigung und jedesmaliger Stei 
gerung der Beschwerden, nichts, als nur weniges Flüssiges, ge 
messen, sass gern vornübergebogen im Bette, wimmerte fast 
beständig und erbrach täglich 6 bis 8 Mal etwas Weniges von 
saurer schleimigter Flüssigkeit. Wiederholte Untersuchung des 
Unterleibs Hess keine Härte durchfühlen, doch brachte ein 
tiefer Eindruck erhöhten Schmerz. Die Zunge war habi 
tuell weiss, schleimig belegt, die Zunge bleich, fahl und 
die Stimmung höchst gedrückt. Urin mangelte nicht und zeigte 
nichts Normwidriges. Das hectische Fieber führte bald zum 
Tode und bei der Section fand sich die grösste Hypertrophie des 
Pancreas, die wohl je vorgekommen ist, denn die in ihrem Ge 
webe ganz unkenntlich und fast speckigt gewordene Drüse w r ar 
fast 1 Fuss lang und hatte am Kopfe 4 Zoll im Durchmesser. 
Die Scirrhosität stand in diesem Falle nicht vereinzelt da, in 
dem auch der Pförtner des Magens scirrhös, die Leber sehr 
hypertrophisch und fast alle Organe des Unterleibs durch chroni 
schen Entzündungsprocess mit einander verwachsen und krank 
erschienen, f Casper’s JVochemchr. f. d. ges. Heilkunde 1836. 
Nr. 28 u. 29 ] 
8. Ueber die Inoculation des Chankereiters als dia 
gnostisches Mittel; von Dr. Hacker. So gewiss es einer 
Seits ist, dass nicht jede Exulceration, nicht jedes Geschwür, 
welches sich an den Geschlechtstheilen zeigt, syphilitischer Na 
tur ist, obschon, hiermit im Widerspruche, Lucas-Champion- 
niere (Recherches pratiques sur Ja therapmtique de la Syphi 
lis etc. Paris 1836. S. 158) sagt: Jede Ulceration der Ge- 
schlechtstheile, welche nach dem Beischlafe entsteht, muss als 
syphilitisch betrachtet, und demgemäss behandelt werden —,
	        
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