Full text: (Neueste Folge, Band 3 = 1836, No 17-No 24)

IV. Gyuäkologie und Pädiatrik. 311 
tete sich der Schmerz schiessend in die Finger, besonders in 
den Mittelfinger, der einen blauen, -wachsenden Fleck an der 
Spitze zeigte. Ein Aderlass leistete wenig. Das nur durch 
Schlaflosigkeit das Allgemeinbefinden störende Uebel schritt 
langsam weiter. Nach 4 Wochen war die letzte Phalanx kalt, 
schwarz, eingeschrumpft, geruchlos, der Mittelfinger besonders 
schmerzhaft, die andern prickelnd, reissende Schmerzen fanden 
sich bis zur Axilla, in den schmerzhaften Armgefässen war. 
keine Pulsation zu fühlen oder zu hören, aber am 6. bis 7 
Halswirbel fand man eine Exostose, die bis zur Clavicula reichte 
und auf Subclavia, vielleicht auch auf Plexus brachialis drückte. 
Pat. erhielt reizende Einreibungen, Bah. peruv. etc. Wider 
Erwarten entstand endlich eine Demarcationslinie, die 3. Pha 
lanx ging verloren und es bildete sich eine gute Narbe. — 
Die Frage: ob man während des Brandes amputiren solle, ver 
neint, wie die Meisten, Dupuytren, indem er fragt: ob die 
Amputation ein Mittel gegen Arteritis sei? Aber dass die Arte- 
ritis alleinige Ursache sei, ist dem Verf. nur wenig ungewisser, 
als dass die Amputation unter Umständen nützlich wird, denn 
hiervon liegen ihm 3 Fälle von Mott vor, in denen der Brand 
noch nicht zum Steheu gekommen war, sondern stets fortschritt 
und wo in einem derselben nur noch in der Amputation des 
Oberschenkels Rettung lag. Die Femoralis erheischte keine 
Ligatur, die Wunde eiterte anfangs schlecht, kräftige Reize, 
innerlich und äusserlich, Wein, Chinin, Bals. peruv. etc. be 
wirkten aber die Heilung. Im andern Falle, der einen Mann 
über 60 Jahre betraf, bei dein das Uebel schon vor 6 Monaten 
begonnen hatte, stand es nach der Operation. 2 Monate spä 
ter starb Pat. an Dysenterie. Im 3. Falle entschloss sich Mott, 
da der Kranke durch Hydrothorax erschöpft war, nur auf drin 
gendes Bitten zur Amputation des Unterschenkels, der Brand 
aber ergriff den Stumpf und der Operirte starb 6 Wochen nach 
Anfang des Uebels und 14 Tage nach der Operation. [Ham- 
burger med. Zeitschr. Bd. 3. Hft. 2. nach: The American 
Joum. oj ihe medical Sciences. Nr. 35. Mai. 1836.J 
IV. Gynaekoiogie und Paediatrik. 
144. Operation eines Fungus tnedullaris Uteri 
bei der Entbindung; von Br. Michaelis in Kiel. Eine 
gesund aussehende Frau von etlichen 30 Jahren, Mutter von 
® Kindern, die sie leicht geboren und von denen das jüngste 
2 Jahre alt war, litt in den letzten 9 Wochen ihrer 7. Schwan 
gerschaft an Blutungen aus den Geburtstheilen, verbunden mit 
heftigen Rückenschmerzen und hartnäckiger Verstopfung und 
War in Folge dieses Leidens bettlägerig. Den 17. Sept. v. J. 
ging das Fruchtwasser ab und es entstanden regelmässige We-
	        
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