Full text: (Neueste Folge, Band 3 = 1836, No 17-No 24)

310 III. Chirurgie und Ophthalmologie. 
raschem Handeln auffordern. [Heidelberger medic. Annalen. 
Bd. II. Hfl. 3.] 
143. Fälle von trockenem Brande mit Bemerkun 
gen; von Dr. M.’Chkadt. I. Ein 38jähriger Matrose, kräftig, 
aber ausschweifend, litt an einem Herzübel und an Salivation, 
die gehoben waren, als er über entzündlichen Schmerz im lin 
ken Schenkel zu klagen aniing, der an Heftigkeit und Umfang 
stets zunahm und Geschwulst und blaue Flecke des Theils be 
wirkte, das Allgemeinbefinden aber zuerst nicht störte. Nach 
einigen Tagen concentrirte sich derselbe besonders in der gros 
sen Zehe, diese wurde kalt, die ganze Fusssohle bekam blaue 
Flecke und der allen Schlaf raubende Schmerz dauerte fort, 
während die Flecke verschwanden, ausser an der grossen Zehe, 
die mit dem 7. Tage ganz blau, unempfindlich, an der innern 
Seite excoriirt, kalt war. Die strangförmige, bei Berührung 
schmerzende Femoralis pulsirte sehr schwach mit Sägegeräusch, 
die ßadialis hatte 100 Schläge, die Zunge wurde trocken, das 
linke Hypochondrium schmerzhaft und es stellten sich Uebelkei- 
ten und gelbe stinkende Stühle ein, welche letztere immer öf 
terer kamen. Die zw'eite Zehe wurde eben so schmerzhaft aber 
anfallsweise, und missfarbig und die Weiche und ihre Drüsen 
empfindlich. Das Allgemeinbefinden war etwas besser, wurde 
aber am 12. Tage der Krankheit wieder schlechter, als früher, 
und es erschienen Phlyctänen auf den missfarbigen Stellen, die 
bald von Epidermis entblösst, rothbraun, glatt waren. Am Un 
terschenkel fühlte man keinen Puls, die zweite Zehe war blau, 
der Unterleib empfindlich. Bisher waren besonders Opium und 
Cataplasmen angewendet worden, doch fruchtlos geblieben. Der 
andauernde, entzündliche Schmerz der Gefässe bestimmte nun 
zu Blutegeln längs derselben und ihre gute Wirkung zur Wie 
derholung. Pat. befand sich weit besser und der Schmerz im 
Schenkel hatte bedeutend nachgelassen. Am 15. Tage hatte 
sich der Nagel der noch schmerzenden grossen Zehe abgestos- 
sen und es entleerte sich beträchtlich viel Jauche, doch wurde 
eine Demarcationslinie sichtbar und hinter dieser fühlte man 
grössere Wärme. Das Befinden hob sich, Diarrhöe und Schlaf 
losigkeit schwanden, so wie die noch übrige Empfindlichkeit 
längs, der noch mit Sägegeräusch pulsirenden Femoralis nach 
neuen Blutegeln; der Brand erstreckte sich bis zur untersten 
Phalanx, das Brandige, den Knochen einbegriffen, stiess sich 
ab und nach 8 Wochen verliess Pat. das Spital. Die eisige 
Kälte, die Dupuytren an den brandig werdenden Theilen 
w ahrnahm, war hier nicht zu beobachten, noch w eniger in folgen 
dem Falle: II. Die zart gebaute, 32jährige R. litt oft an rheu 
matischem Schmerz im Vorderarm, namentlich am Handgelenke, 
die stets heftiger und am 1. Sept. fast unerträglich wurden. 
Die rechte Hand war bleich, kalt, wie todt, dann ungewöhn 
lich roth und etwas schmerzloser. Nach einigen Tagen verbrei-
	        
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