Full text: (Neueste Folge, Band 3 = 1836, No 17-No 24)

308 III. Chirurgie und Ophthalmologie. 
regte Drang zum Uriniren und sie fiel völlig zusammen, wenn 
Pat. den Trieb befriedigt hatte. Dieselben Erscheinungen nahin 
er auch beiin zweiten und dritten Verbände wahr. Jetzt ver 
schlimmerte sich plötzlich der Zustand des Operirten, der, von 
heftigem Fieber ergriffen, zu deliriren begann und urinösen Ge 
ruch von sich gab, der besonders auffiei, wenn der Verband 
erneuert wurde. Am 9. Tage nach der Operation erfolgte der 
Tod und die Section bestätigte die Gegenwart eines Theils der 
stark entzündeten und zujn Theil gangränösen Harnblase im 
Leistenkanal. H. möchte annehmen, dass hier die Harnblase 
erst nach Reposition des vorgeiallenen Netzes und Darmes nach 
der Operation in den Bruchkanal getreten sei, obgleich er da 
für nichts weiter anführen kann, als dass Pat. nie an Harnbe- 
schwerden gelitten und dass er bei der Operation keine Spur 
der Harnblase im Bruchkanal gefunden. — Einklemmungen 
von den Bruchschnitt fordernden Brüchen bei neugebornen Kin 
dern und Säuglingen hält man für selten, da nach dem Zeugnisse 
v ieler der berühmtesten Wundärzte in diesem Alter nicht leicht 
eine Herma incarcerata vorkommt, und, wenn sie vorkommt, die 
Taxis in der Regel gelingt. Doch operirte Goyrant bei einem 
Monatlichen Kinde einen eingeklemmten Bruch. Die Geschwulst 
war so gross wie ein Taubenei, hart, prall, bei Berührung 
schmerzhaft, der Unterleib ungleichmäßig aufgetrieben und Oelf- 
nung fehlte. Das Kind weinte in einem fort, nahm die Brust 
nicht und erbrach Fäcalmaterie. Nach versuchter Taxis machte 
G. den ßruchschnitt. Hautschnitt und EröfFnung des Bruchsacks 
boten nichts Besonderes. Der Sack enthielt wenig Flüssigkeit 
und eine dunkelrothe Schlinge des Dünndarms. Es war ein 
angeborner Bruch und die Einklemmung ini Bruchsackhalse, der 
mittelst eines auf einer Hohlsonde eingcbrachten Bistouris nach 
oben durchschnitten wurde. Schreien und Unruhe des Kindes 
erschwerten die Zurückbringung des vorliegenden Darms. Das 
Kind genas. Pott sah ein 1 jähriges Kind am eingeklemmten 
Bruch sterben. Gooch bei einem lOwöchentlichen Kinde einen 
eingeklemmten Bruch brartdig werden und eiu Gmonatliches da 
ran unterliegen. Lawrence spricht von einem 14monatlichen 
Kinde bei dem Long den Bruchschnitt machte und Robert 
Adams beschreibt eine ähnliche Operation bei einem l, 1 jährigen 
Kinde. Einen eingeklemmten Leistenbruch beseitigte Dupuy 
tren bei einem 20tägigen Kinde durch die Herniotomie. Das 
Kind starb an in Eiterung übergegangener Entzündung des Me 
senteriums in der Fossa iliaca dextra. Die Redaction der 
NouveUe bibliatfieque fügt bei Erzählung dieses Falles hinzu, 
dass etwas Aelmliches bei einem so jungen Kinde noch nicht be 
kannt sei. Um dies zu widerlegen, erinnert H. an den von ihm in 
Heckers Annaleu, 1828. Dec., erzählten Fall, der kürzlich 
folgender ist: Ende Mais 1826 wurde eine Metzgersfrau, die 
eiu Jahr später nach unbedeutender Verletzung des Fussea an
	        
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