Full text: (Neueste Folge, Band 3 = 1836, No 17-No 24)

V 
III. Chirurgie und Ophthalmologie. 307 
war dies erfolgt und der Zeigefinger eingefiihrt als dem Verf. 
nicht wenig blutige Flüssigkeit entgegen stürzte, so dass er erst 
glaubte, er habe ein Gefäss verletzt. Die Operirte wurde ein 
fach verbunden und war nach 5 Wochen ganz hergestellt. — 
Ein Mal fand H. den vorliegenden Darm mit der Bruchpforte 
ungewöhnlich fest verwachsen. Der noch manches Eigenthüm- 
liche darbietende Fall ist folgender: ein ungefähr 5Ujähriges, 
unverheirathetes Frauenzimmer, das seit vielen Jahren mit einem 
rechten Cruralbruche behaftet war, der sich schon wiederholt 
eingeklemmt hatte, erlitt eines Abends, als sie die Treppe her 
abstieg, von Neuem eine Einklemmung. Hoffend, dass der Bruch 
bei angemessener Lage von selbst wieder zurück gehen werde, 
legte sie sich ins Bette und verbrachte die Nacht unter grossen 
Schmerzen. Früh gegen 5 Uhr gerufen, versuchteH.'nach allgemei 
nen und örtlichen Blutentziehungen, allgemeinem Bade, Oel- 
klystieren etc. vergebens die Taxis und schritt dann ohne wei 
teres Säumen, ungefähr 14 Stunden hach der Einklemmung, 
am 29. April 1830 zum ßruchschnitt. Der Bruchsack war auf 
fallend dick, besonders auf der obern und vordem Fläche und an 
mehreren Stellen mit dem vorliegenden Darmstücke leicht ver- 
v , wachsen, welche Verwachsungen H. indess ohne grosse Mühe 
mit dem Finger trennte. Nicht so leicht war es, den vorlie 
genden Darm von der Bruchpforte zu trennen, die auch so enge 
war, dass sich nicht einmal eine Hohlsonde einführen liess. 
Die Verwachsung des vorliegenden Darms, der schon schwarz- 
hraun aussah, war so fest, dass H. nur mit grosser Vorsicht 
und sehr langsam die Lostrennung bewirken konnte, die indess 
ganz gelang, worauf nach Einschneidung des Cruralringes der 
Darm reponirt W'urde. Die ganz einfach verbundene Operirte 
bekam bald nach der Operation von selbst Leibesölfnung und 
war in 6 Wochen ganz hergestellt. Ende der 3. Woche nach 
der Operation beging sie einen bedeutenden Diätfehler, worauf 
sich ein gastrischer Zustand ausbildete, der glücklich beseitigt 
Wurde und der Genesung nicht Eintrag that. — Noch gedenkt 
II. eines Scrotalbruchs, wo ausser Netz und einer Darmschlinge 
uoch eine Partie der Harnblase im Bruchkanal bei Erneuerung 
y des ersten Verbandes sich fand. Pat., ein Maurer, war einige 
60 Jahre alt, und litt seit 3 Tagen an den Zeichen eines ein 
geklemmten Bruchs auf der linken Seite. H. schritt nach ver 
suchter Taxis zur Herniotomie und fand nach Eröffnung des sehr 
dünnen Bruchsacks ein bedeutendes Stück Netz und eine kleine 
Darmschlinge vorgefallen, die er, nach Einschneidung des Lei 
stenrings , ohne grosse Mühe zurückbrachte. Der Verf. unter 
suchte den Leistenkanal genau und glaubte, dass Alles in bester 
Drdnung sei, worin ihn auch die bald nach der Operation ein 
tretenden Stuhlausleerungen bestärkten. Bei erster Erneuerung 
t des Verbandes nahm er jedoch im Bruchkanale eine entenei 
grosse bewegliche Geschwulst wahr. Durck auf dieselbe er* 
20*
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.