Full text: (Neueste Folge, Band 3 = 1836, No 17-No 24)

II, Pathologie, Therapie und medicinische Klinik. 25 
terten auch hier durchaus nicht. Nachmittags wurde das Er 
brechen noch anhaltender und gab nun grumöse, chocoladen- 
ähnliche Massen; Abends wurde der Puls unzählbar, Pat. 
war zuweilen nicht bei sich, auf einige Crotonolpillen trat noch 
Nachts breiartige Ausleerung, doch ohne Erleichterung ein und 
Nachts drei Uhr starb Pat. ruhig. Wofür sollte man diesen 
Fall nehmen. Für Darmentzündung sprach hier olfenbar mehr 
als im obigen Falle und C. forschte daherauch zunächst darnach, 
ob etwa ein doppelter Leistenbruch, der sich Vorland, incarce- 
rirt sey; was aber der Fall nicht war. Annahme eines Darm- 
risses mit Erguss in die Bauchhöhle Hess sich gewiss verthei- 
digen, wie denn der Verf. selbst in einigen Fällen ganz ähn 
liche Erscheinungen, wie die angegebenen, bei solchen Kissen 
sah, aber diese Annahme ward unfruchtbar für die Behandlung 
des Falles. An Verhärtung desPancreas dachte C. allerdings, nur 
führte ihn das hervorstechende Blasenleiden, von dem er als beglei- 
tendemSymptom dieser Scirrhen nie etwas gehört hatte, und der Um 
stand irre, dass dieser von ihm so lange und so genau gekannte 
Mann nie Symptome dargeboten hatte, die nur im Entferntesten 
auf chronisches Leiden des Pancreas hingewiesen hatten. Das 
selbe sprach gegen die Annahme eines sehr erfahrenen, noch 
Nachmittags von C. herbei gezogenen Collegen, der wegen 
der chocoladenähnlichen, ausgebrochenen Massen an versteckt 
gebliebenes chronisches Milzübel dachte. Die Section ergab 
30 Stunden nach dem Tode folgendes: der Körper war ungewöhn 
lich rasch in völlige Verwesung übergegangen und bereits ganz 
unkenntlich, Netze und Mesenterium zeigten unerwartet viel 
Fett, die Därme sahen blass und man sah an ihuen, wie am 
Bauchfell keine Spur von Entzündung. In der Bauchhöhle 
fanden sich 3 Tassen blutiges Serum, w r ohl als Resultat des 
Verwesungsprocesses. Der Magen war nicht entzündet, die 
innere Fläche aber mit schmierigt - gallicht - schleimigter Masse 
belegt. Die Leber fast ganz normal, ebenso die Gallenblase, 
die mehrere nicht grosse Gallensteine enthielt, die Milz auffal 
lend klein, sonst normal, das Pancreas aber sehr vergrössert, 
so dass es am Kopfe eine halbe Mannshand breit war, ganz 
mit Blut infiltrirt und ganz verhärtet und deshalb im Gewebe 
ganz unkenntlich. Durch Hypertrophie hatte das Pancreas auch 
statt seiner länglichten, eine kuglicht runde Form erhalten. 
Der Bruchsack an jeder Seite war frei, offen und die Harn 
blase ganz leer. — Weniger genau war die Beobachtung ei 
nes 4. Falles bei einer Frau,'zu der C. erst wenige Wochen vor 
dem Tode gerufen und über deren frühere Leiden er damals 
nur sehr unvollständig unterrichtet wurde. Was er später durch 
einen ihrer frühem Aerzte erfuhr, war, dass die von je sehr 
corpulente, kerngesunde Frau von kleiner, untersetzter Statur 
1823 ein 14wöchentliches Krankenlager überstanden und dass 
sich die Krankheit durch metastatischen Abscess am Beine ent-
	        
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