Full text: (Neueste Folge, Band 3 = 1836, No 17-No 24)

280 I. Pathologie, Therapie nnd medicinischc Klinik. 1 
tere Annahme. Gänzliche Abwesenheit oder Grad der Zufalle 
dürften aber wohl eben so sehr vorn acuten oder chronischen 
Verlaufe der Pericardilis und der dadurch hervorgerufenen schnel 
lem oder langsamem Entstehung der Verwachsung, als vom 
verschiedenen Ausgangspuncte der Entzündung — Herzbeutel 
oder Herz selbst — wie Kreysig anführt, abhängen. Was 
die Symptome dieses Uebels betrifft, so ist das von Kreysig 
nach Heim als besonders bezeichnend aufgestellte, dass bei jedem 
Herzschlage Vertiefung unter den Rippen der linken Seite ent 
stehe, gleichsam eia Loch hineinfalle, weder von Laennec, 
noch von Hope beobachtet worden, eben so fehlte es im hier 
mitgetheilten Falle. Aber auch die von Hope angeführteHer- 
vorragung derPräcordialrippen und die polternde Herzbewegung, 
insoweit man sie ohne Auscultation vernehmen kann, wurden 
nicht beobachtet. H. schreibt dies dem Umstande zu, dass die 
Verwachsung weder mit Hypertrophie, noch Erweiterung des 
Herzens verbunden war und glaubt deshalb, dass auch die Au 
scultation keine sichern diagnostischen Zeichen gegeben habeu 
würde. Der Schluss, welcher den Fall einer Pericarditis mit 
theilt, folgt. [Heidelberger medic. -Annalen. IIä. II. Ilft. 3.] 
128. B eiträge zur Therapie der Krätze. I. Dr. 
Leue’s Versuche mit der englischen Curmethode 
der Krätze; vom M. R. Dr. Andreae in Magdeburg. Nach 
Horns schätzenswerthenMittheilungen (Oelfentliclie Rechenschaft 
über die 12jährige Dienstfiihrung als zweiter Arzt der Charite) 
über Behandlung der Krätze schienen die Verhandlungen über 
den Werth der sog. englischen Methode geschlossen. 100 da 
nach behandelte Krätzige bedurften zusammen 2869 Verpfle 
gungstage bis zur Genesung, der einzelne daher im Durchschnitt 
28 Tage. Die längste Zeit der Behandlung war bei einer Per 
son 3^ Monat, die kürzeste, ebenfalls nur bei einer Person, 
7 Tage. Unter ganz gleichen Krankheitsverhältnissen wurden 
zu derselben Zeit 100 andere Krätzkranke nach Horn’s Me 
thode durch Einreibungen von schwarzer Seife mit Sclnvefel- 
blumen behandelt. Bei diesen waren zusammen nur 1991 Ver 
pflegungstage nöthig; der Einzelne war demnach im Durchschnitte 
19 Tage krank. Am längsten dauerte das Uebel 2 Monate 20 
Tage bei einer Person und Eine konnte schon nach 2 Tagen 
entlassen werden. — Es musste daher aufmerksam machen, als 
der K. P. Dr. Leue zu Gardelegen in einem amtlichen Berichte 
angab, dass er seit einiger Zeit, wo es irgend thunlich sey, die 
englische Krätzcur anwende und selbst da, wo man die Vor 
schriften nicht ganz gewissenhaft befolgt, den besten Erfolg da 
von wahrgenommen habe. Die Cur w’ähre im eigentlichen Sinne 
nur 2 und mit Einschluss der Zeit, die Pat. sich noch vor der 
Luft zu hüten habe, 5 Tage. Aufgefordert, sich über Anwen 
dung dieser Methode und die darüber gemachten Beobachtungen 
ausführlicher zu äussern, berichtete L. Folgendes: Er sey erst
	        
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